Firstlife

Excellence and Leadership: Den Medienwandel gestalten

Geschrieben am 03.11.2018
von Timo Gadde

Ein vielseitiges Programm, spannende Referenten und ein dynamisches Thema im Mittelpunkt: An einem Wochenende kamen rund 30 f1rstlife-Autoren, -Leser und -Freunde zusammen, um über den aktuellen Medienwandel zu sprechen. Dabei zeigte sich: Verantwortung können junge Medienmacher in vielen Bereichen wahrnehmen. Hier ein paar Impressionen.



Blick in die Runde: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen thematischen Bereichen, zehn unterschiedlichen Ländern und mit ganz viel Elan in Königswinter zusammen.



Alle Fotos: © f1rstlife / Rosi Würtz


Es ist eine ganz besondere Veranstaltung für uns. Nicht nur die tollen Referenten und Themen machen Freude, sich tiefsinnig und auf Augenhöhe mit wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen. Die finanzielle Unterstützung durch das Institut Walberberg macht es möglich, dass jeder, der möchte, kostenfrei an diesem Wochenende mit Übernachtung und Verpflegung teilnehmen darf. Ganz gleich von Überzeugung, Zielrichtung Kultur oder Religion kommen hier junge Menschen zusammen, die es antreibt, etwas zu bewegen.

Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser: Anders denken, mutig handeln!

Humor liegt uns Deutschen vermutlich „nicht im Blut“. Dabei ist Humor auch ein Ausrufezeichen gegen Angst. „Knacki“ Deuser hat zahlreiche Entertainment-Formate in Deutschland aufgebaut und dabei stets die gesellschaftlichen Entwicklungen nicht außer Acht gelassen. „Wir dürfen uns die Dinge nicht schönreden“, appelliert er und fragt sich, was uns davon abhält, etwas zu verändern: Angst, Bequemlichkeit und Erfahrung. Vieles sei eine Frage der Einstellung, folgert er. Mit einer klaren Haltung, präziser Arbeit und der Fokussierung auf Inhalte kämen wir deutlich weiter.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nach seinem Vortrag Fragen, möchten wissen, wie sie ihre Nervosität unter Kontrolle bringen. Viele haben den konkreten Wunsch, etwas zu verändern, wissen aber nicht, wie sie Menschen mit ihren Worten überzeugen können. Knacki rät dazu, charmant zu bleiben, freundlich und echt. Schon ein kleiner Moment, in dem man sich Zeit nimmt, macht einen enormen Unterschied. Trotzdem könne auch die Erzählweise nicht einen schlechten Inhalt ersetzen. Storytelling und inhaltlicher Tiefe kämen daher nicht nur bei Vorträgen eine besondere Bedeutung zu.

Miriam Beul: Vom Spannungsfeld zwischen Journalismus und Public-Relations

Journalismus und PR? Für einige Redaktionen lassen sich beide Berufsbilder auf keinen Fall miteinander verbinden. Zu eng stehen fremde Interessen im Vordergrund, begründen vor allem die Öffentlich-Rechtlichen. Miriam Beul zeigt jedoch, dass sie in beiden Bereichen äußerst erfolgreich, professionell und mit einer klaren Haltung arbeiten kann. Die Immobilienjournalistin hat für fast alle großen Printmedien in Deutschland gearbeitet und wurde unter anderem mit dem Journalistenpreis der Deutschen Immobilienwirtschaft ausgezeichnet.

Anhand des Pressekodex macht sie deutlich, auf welche Stellschrauben im Journalismus geachtet werden sollte. Viele Berichte müssten außerdem zuerst vom Leser her gedacht werden. Um einen Bericht zu schreiben, seien auch bei PR-Texten klare Relevanzkriterien im Vorfeld zu beantworten. Erst dann müsse sich gefragt werden, welche (Darstellungs-)Form die passende ist. Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind journalistisch motiviert zum Workshop gekommen. Ihnen gibt Miriam Beul sehr konkrete Tipps mit, beispielsweise darüber, wie sie ein Thema bei Verlagen anbieten können.

Brigitta Gumpricht: Starke Stimme – Wie wir durch unsere Haltung und eine starke Stimme überzeugen

Unsere Stimme bestimmt, wie wir wahrgenommen werden. Ob bei Vorträgen, in Debatten oder ganz alltäglichen Gesprächen. Die Klangfarbe legt offen, ob wir nervös, ängstlich, mutig oder sachlich sind. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten im Vorfeld den besonderen Wunsch geäußert, ein hilfreiches Stimmtraining kennenzulernen. Mit Brigitta Gumpricht kam eine Referentin zu uns, die bereits für viele namhafte Prominente und Unternehmen tätig war.

Neben der körperlichen Haltung und der Atmung sei auch die mentale Haltung für die Stimme von Bedeutung. Hin und wieder helfe es, sich proaktiv in verschiedene Situationen hineinzudenken. So würde Lampenfieber deutlich abnehmen. Darüber hinaus gab sie zahlreiche praktische Tipps weiter, wie die Stimme täglich trainiert werden konnte.

 

Lutz Marmor: Warum wir heute und in Zukunft einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk brauchen

Er beschäftigt sich täglich damit, was NDR und ARD im Kern zusammenhält. Seit 2006 ist Lutz Marmor Mitglied der Strategiegruppe der ARD. Seit dem 13. Januar 2008 ist er Intendant des Norddeutschen Rundfunks. Von 2013 bis 2015 war er ARD-Vorsitzender. In seinem Vortrag stellt Marmor acht Thesen zur Diskussion, die die Qualität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auszeichnen. Er betont, wie wichtig Richtigkeit vor Schnelligkeit ist. „Be first. But first be sure.“ Dabei gab er auch zu, dass selbst bei vielen Kontrollen und ausreichend Zeit immer noch Fehler passieren. Diese müssten offen und transparent zugegeben werden.

In der anschließenden Fragerunde werden viele Thesen genauer betrachtet. Etwa die Frage nach der programmlichen Vielfalt, dem Umgang mit dem Vorwurf „Lügenpresse“ und der Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen: „Wir müssen mehr erklären, was wir tun“, sagt der Intendant mit einem Appell an die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer.

Wir sind dankbar für die wunderbaren Gespräche, das Kennenlernen, die Unterstützung und die tollen Vorträge!
Wer über die kommenden Workshops auf dem Laufenden gehalten werden möchte, kann sich hier in den Verteiler aufnehmen lassen.