Mit diesen Techniken weckst du deine Kreativität

Mit diesen Techniken weckst du deine Kreativität

Geschrieben am 15.03.2019
von Laura Mench

Du möchtest eine Geschichte schreiben, sitzt aber vor einem weißen Blatt Papier und weißt nicht weiter? Du hast ein Brett vorm Kopf, dein Stift bewegt sich nicht, weil dein kreatives Potenzial ausgeschöpft ist? Hier bekommst du Tipps, wie du eine Schreibblockade oder Kreativitätslosigkeit überwinden kannst.



© Pixabay

Jeder Autor literarischer Texte kennt das Problem. Ein Text, ein Manuskript oder etwas Ähnliches muss bis zu einem Stichtag abgegeben werden. Erbarmungslos tickt die Uhr und das Blatt ist immer noch leer. Kreativität ist sehr wichtig für den Prozess des Schreibens. Der Duden definiert Kreativität als „schöpferische Kraft“. Kreativität entsteht durch Mut, aktives Problembewusstsein, Selbstvertrauen, Lebenserfahrung und weiteren Eigenschaften dieser Art. Das Schreiben von Texten ist ein kreativer Prozess. Dieser entsteht häufig, wenn der Autor Parallelen zur Handlung in der Geschichte in seinem eigenen Leben findet. Falls nicht, findest du im Folgenden einige Techniken, mit denen du deine Kreativität entfachen kannst.

Die Lexikontechnik

Du bist gerade völlig ahnungslos, hast nicht einmal eine Vorstellung von dem Thema, über das du schreiben willst? Hier kann die Lexikontechnik Inspiration bieten: Nimm das nächste Wörterbuch oder Lexikon zur Hand, schlag wahllos eine Seite auf, lege aber vorher fest, das wievielte Wort aus welcher Spalte dein zentrales Thema bilden soll. Gefunden? Jetzt kannst du direkt die nächste Technik anwenden:

Die Brainstorming und Mindmaptechnik

Du hast ein Thema gefunden, weist aber nicht, wie du das Pferdchen aufzuräumen sollst? Sammle doch mal deine Gedanken in einer Mindmap oder bei einem Brainstorming. So ist es möglich, deine Ideen zu strukturieren, zu ordnen und die Relevanz festzulegen. Dabei kann eine Mindmap oder ein Brainstorming sehr flexibel sein. Die Form einer Timeline ist ebenfalls denkbar. Außerdem kannst du die verschiedensten Verbindungen zwischen einzelnen Ästen herstellen und markieren. Auch ein Stammbaum deiner Protagonisten kann so entstehen.

Das Ideentagebuch

Es gibt aber nicht nur Techniken, um genau jetzt sofort irgendetwas auf Papier zu bringen, es gibt auch die Möglichkeit, ein sogenanntes Ideentagebuch anzufertigen. Das heißt, du kannst ein Buch anlegen, zum Beispiel ein Notizbuch oder eine Datei auf deinem Computer. Wann immer dich dann ein Geistesblitz durchfährt, schreibst du ihn sofort auf. Es entsteht eine bunte Sammlung aus Gedanken und Möglichkeiten. Auf diese kannst du zurückgreifen, wenn du zum Beispiel ein neues Projekt anfangen möchtest/sollst und du gerade überhaupt nicht weißt, worüber du schreiben sollst.

Kreativitätskiller

Techniken können alleine jedoch keinen schöpferischen Prozess erzwingen. Um wirklich in einen kreativen Flow zu kommen, ist es notwendig, dass du sogenannte Kreativitätskiller vermeidest. Dazu gehört zum Beispiel Zeitdruck. Es ist nicht dienlich, wenn du panisch vor einem leeren Blatt Papier sitzt und du weißt, dass du in 20 Tagen ein 500-seitiges Buch einreichen sollst. Der daraus resultierende Schlafmangel fördert übrigens den Kreativitätsprozess auch nicht wirklich. Damit das Gehirn wirklich aktiv ist, sind Ruhezeiten zwingend erforderlich.

Deine Stimmung hat übrigens auch immer etwas mit dem Kreativitätsprozess zu tun. Wenn du gerade sauer auf deinen Freund bist, ist dein Gehirn zum Beispiel damit beschäftigt. Wie willst du in dieser Stimmung in einen kreativen Schreibprozess hineinkommen? Richtig, unmöglich. Achso, viele Autoren sind übrigens äußerst perfektionistisch. Konstruktive Selbstkritik ist zwar gut, bei Perfektionisten, gibt es diese jedoch im Übermaß. Auch dadurch wird der Schreibfluss gehemmt.

Schreibblockaden

Wenn eine oder mehrere Kreativitätskiller aufeinandertreffen, kann eine klassische Schreibblockade entstehen. Du beschäftigst dich hauptsächlich damit, noch besser zu schreiben, und das die ganze Zeit. Irgendwann weißt du nicht mehr weiter, du glaubst, alles was du gerade schreibst ist nicht gut genug. Um diese Blockade zu lösen gibt es mehrere Methoden:

Suche dir einen kreativen Ort

Bei Schreibblockaden kann es hilfreich sein, wenn man sich einen inspirierenden Ort sucht, dies kann in deiner Wohnung oder außerhalb, vielleicht in einem Park sein. Hauptsache, du fühlst dich wohl. Bei leichten Schreibblockaden kann ein solcher Ortswechsel zur reinsten Inspiration werden.

Free Writing

Für manche mag diese Methode anfangs ein bisschen seltsam sein: Nimm einfach ein weißes Blatt und schreib! Egal worüber und egal warum, schreib einfach! Den Schreibfluss darfst du niemals unterbrechen. Es muss nichts Sinnvolles sein, eine Geschichte aus der Sicht einer Schreibtischlampe oder über dein Haustier oder, oder, oder. Irgendwann ist das Blatt voll. Du merkst selbst, ob du noch ein zweites Blatt benötigst, oder ob du jetzt voll im Flow bist. Vielleicht kannst du ja sogar Teile deiner erzwungenen Hirnergüsse für deine Story verwenden?

Mittendrin anfangen

Jeder Autor kann selbst entscheiden, welchen Teil seines Buches er zuerst schreibt. Hast du gerade eine Schreibblockade und weißt nicht, wie du anfangen sollst, dann stelle dir die Szene ganz genau vor Augen, die dir als erstes für deine Story in den Sinn kommt. Eine entsprechende Schlüsselszene hast du doch bestimmt schon im Kopf. Quäl dich nicht mit dem Anfang, den kannst du auch noch zum Schluss schreiben.

Kneten

Du bist nicht der Typ, der einfach irgendwo sitzt und seinen Gedanken freien Lauf lässt? Du bist eher der haptische Typ und möchtest nebenbei etwas anderes spüren als einen Stift oder eine Tastatur? Dann bist du der Kandidat für das klassische Kinderspiel „kneten“. Organisier dir ein paar Becher Knete, ob du das deinem Kind klaust, weil es mal wieder die ganze Wohnung damit dekoriert, oder ob du dir im Supermarkt deine eigene kaufst, ist dabei egal. Hauptsache, du hast einige Becher mit Knete in verschiedenen Farben und los geht‘s.

Nimm das Zeug in deine Hand und fang an, forme einfach verschiedene Figuren, Dinge oder Fantasiegestalten. Stell mit ihnen eine Szene auf und dann kommt dir bestimmt die Idee für die dazugehörige Story. Was passiert hier gerade? Wer kennt wen und wie heißt wer?

Die Walt-Disney-Methode

Auch diese Methode hat einen ganz eigenen Charakter. Nacheinander schlüpfst du in drei verschiedene Rollen: Die erste Rolle wird der Träumer sein. Er ist der Ideenlieferant und Visionär. Er denkt groß. Für ihn gibt es keine Grenzen, er denkt auch nicht darüber nach, ob das Ganze umsetzbar ist. Er fantasiert einfach in den Tag hinein und notiert alles, was er sich wünscht und vorstellt.

Deine zweite Rolle wird der Realist sein. Er denkt sehr pragmatisch. Die Ideen des Träumers werden von ihm auf Machbarkeit überprüft. Er denkt nicht über Konsequenzen seiner Aktion nach, er fragt sich nur: Kann man das wirklich umsetzen, was der Träumer sagt? Kann ich einfach so ohne Flügel durch die Luft schweben? Er notiert diese Bemerkungen zu den Notizen des Träumers.

Die dritte Rolle ist der Kritiker. Er überprüft die Ideen des Träumers in Kombination mit den Notizen des Realisten und ordnet die Ideen qualitativ ein. Er stellt weitere Fragen zur Konkretisierung der Pläne und überdenkt Ursache und Wirkung.

Schlussendlich gilt, dass Kreativlosigkeit zwischenzeitlich völlig normal ist. Mit den richtigen Techniken kannst du aber jede Krise überwinden. Sollte trotz dieser Techniken mal gerade wirklich nichts funktionieren, brauchst du oder dein Gehirn mal eine Pause. Gönn sie dir, du hast sie dir verdient!