Christenverfolgung: Begegnungstag über Lage der Kirche in Eritrea

Christenverfolgung: Begegnungstag über Lage der Kirche in Eritrea

Geschrieben am 29.08.2019
von Benedikt Bögle

Das Christentum in Eritrea steht einem streng atheistischen Staat gegenüber. Das führt zu großen Problemen, immer mehr Menschen verlassen ihr Heimatland. Am 15. September veranstaltet das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ einen Solidaritätstag für verfolgte Christen in Augsburg. Ein thematischer Ausblick.



„Die katholische Kirche wird ihre seelsorgerische, aber auch ihre soziale Arbeit fortsetzen. So sagt es schon die Bibel: Glaube ist nichts ohne echten Einsatz, ohne Werke. Der Kirche die Möglichkeit zur Nächstenliebe zu nehmen, ist, als ob man ihr einen Arm amputieren würde“, sagt Mussie Zerai und blickt damit mutig in die Zukunft. Er ist katholischer Priester und stammt aus Eritrea.

Die dortigen Christen stehen vor großen Herausforderungen. Der Grund liegt in der streng atheistischen Ausrichtung des Staates: „Wenn es nach der Regierung ginge, gäbe es gar keine Religion“, sagt Zerai. Etwa die Hälfte der Bevölkerung in Eritrea gehört einer christlichen Konfession an, zwischen 120.000 und 160.000 von ihnen sind Katholiken.

Staat schließt kirchliche Krankenhäuser

Zerai lebt nicht mehr in Eritrea, er darf in sein Heimatland nicht mehr zurückkehren. In Rom koordiniert der Priester die seelsorgliche Arbeit der eritreischen Kirche in ihren europäischen Gemeinden – diese werden immer größer, da immer mehr Menschen Eritrea verlassen. Die Regierung geht brutal gegen die Kirche vor: Im Juni wurden 21 kirchliche Krankenhäuser geschlossen, die Patienten wurden vertrieben. „Es gibt keine Rechtfertigung für das Vorgehen des Regimes. Es bestraft diejenigen, die sich um die ärmsten Menschen kümmern“, meint der Priester. Dabei ist dieses Vorgehen des Staates keine neue Entwicklung: Bereits 2018 wurden acht Gesundheitseinrichtungen geschlossen.

Keine Religionsfreiheit in Eritrea

Christen und Muslime werden oftmals verhaftet. Sie sitzen im Gefängnis, wissen oft nicht, warum. „Jede Art des Widerstands, die sich auch nur im Geringsten andeutet, wird sofort im Keim erstickt“, erklärt Zerai. Deshalb verlassen immer mehr junge Menschen Eritrea. Die Lage scheint verfahren: Die internationale Gemeinschaft übt zwar Druck auf den Staat aus, kritisiert die Menschenrechtslage. Um die Religionsfreiheit steht es aber dennoch schlecht bestellt: „Es gibt die Freiheit der Religionsausübung für einige, aber nicht für alle. Mal klappt die Zusammenarbeit besser, mal schlechter.“

Kirche in Not veranstaltet Solidaritätstag für verfolgte Christen

Über seine Erfahrungen mit der Christenverfolgung wird der katholische Priester Zerai auch in einem Vortrag berichten: Am 15. September veranstaltet das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ einen Solidaritätstag für verfolgte Christen in Augsburg. Neben einem Vortrag zu aktuellen Brennpunkten der Christenverfolgung und dem gemeinsamen Gebet des Kreuzwegs wird Zerai über die staatliche Verfolgung im atheistischen System Eritreas berichten.

Mehr Informationen zum Solidaritätstag für verfolgte Christen finden Sie auch hier.

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit Kirche in Not.