Raus aus der Komfortzone – rein ins Abenteuer!

Raus aus der Komfortzone – rein ins Abenteuer!

Geschrieben am 14.09.2019
von Jessica Benson

Bei vielen jungen Menschen in Deutschland ist es beliebt, ein sogenanntes “gap year“ nach dem Abitur zu machen. Dies kann in vielen Formen und mehreren Ländern ausgeübt werden. Basierend auf meinen eigenen Erfahrungen als Au Pair in Amerika möchte ich nun über meine Erfahrungen im Ausland schreiben.



Viele tolle Freundschaften können bei einer Zeit im Ausland entstehen. Foto: © f1rstlife / Jessica Benson

Vorweg: Wenn du nach einer persönlichen Herausforderung suchst und bereit bist, dich gegenüber neuen Personen, Kulturen, Umgebungen und Erfahrungen zu öffnen, dann ist ein Auslandsjahr genau das richtige! Und selbst, wenn du dich noch nicht dazu bereit fühlst, wirst du es vielleicht, wenn du dich einmal mit dem Gedanken beschäftigst. Eine gewissen Zeit im Ausland zu verbringen, bringt sehr viel mit sich und warum dies für mich meist nur positive Aspekte sind, wirst du im Folgenden erfahren.

Warum ins Ausland?

Ich persönlich habe mich dazu entschieden, nach dem Abitur als Au Pair nach Amerika zu gehen und bin dort, anstatt wie geplant, ein Jahr zu bleiben, direkt zwei Jahre geblieben. Im Sommer diesen Jahres bin ich dann zurück nach Deutschland gezogen. Vor allem für die persönliche Entwicklung hat mir die Zeit besonders viel gebracht. Durch das Verlassen der eigenen Komfortzone reift man charakterlich deutlich mehr, als wenn man in seiner gewohnten Umgebung bleibt. Ob es Freiwilligenarbeit, Work and Travel oder ein Au Pair Jahr im Ausland ist: Oft ist man am Anfang auf sich allein gestellt. Dadurch wird man automatisch viel selbstständiger und offener gegenüber anderen Menschen.

Wie es dazu kam? Ich gebe zu, ich habe mich nach dem Abitur ein wenig verloren gefühlt und ein inneres Streben nach Selbstfindung gesucht. Deutschland und meine gewohnte Umgebung zu verlassen war in dem Fall die beste Entscheidung und ich finde, dass ich mich selbst besser kennengelernt habe, meine Stärken und Schwächen und wofür ich stehen möchte.

Schwierigkeiten gehören dazu

Ein großen Teil haben dazu auch die Menschen beigetragen, die ich auf meiner Reise kennengelernt habe. Viele Nationen stoßen in dem Au-Pair-Program zusammen und es zieht kein Tag vorbei, an dem ich nicht dankbar bin für diese Erfahrung. Natürlich bin ich auf meinem Weg auch auf Schwierigkeiten gestoßen, aber wie man so schön sagt, ist das Leben nunmal keine Autobahn, auf der es immer nur geradeaus geht. Nein, das Leben ist aufregend und erst Herausforderungen machen uns stärker und zu dem, was eigentlich in uns steckt!

Am Anfang der Au-Pair-Zeit in Amerika war trotz meiner sehr guten Englischkenntnisse auch das tägliche Englischsprechen zunächst noch schwierig. Zusammen mit einem kleinen Kulturschock, da in Amerika einfach alles größer ist und die Mentalität der Menschen eine ganz andere ist, hat mich dies am Anfang oft sehr müde gemacht. Dies war aber nach knapp einem Monat vorbei und ich habe angefangen, mich gut einzufinden. Nach knapp drei Monaten hatte ich dann ein Gefühl von Zuhause und die sichere Überzeugung, mich vollkommen eingelebt zu haben.

Die richtige Gastfamilie finden

Natürlich kann man auch auf Probleme mit der Gastfamilie treffen, wie es bei mir in der ersten Familie der Fall war. Demnach habe ich meine erste Gastfamilie in Seattle im Staat Washington nach vier Monaten verlassen und eine neue Gastfamilie im Staat Florida gefunden. Dort hatte ich zu Anfang Probleme mit einem der Kinder, da dies sich zuerst nicht an den Gedanken gewöhnen konnte, jemanden Fremdes mit im Haus wohnen zu haben. Auch solchen Situationen mit Offenheit und Verständnis entgegen zu blicken, ist das Beste, was man tun kann.

Nach ein paar Monaten hatte ich dann verstanden, dass es weniger ich und mehr die wieder zu arbeiten anfangende Mutter des Kindes war, die Angst im Kind auslöste. Das Verhalten der Kinder in einem frendem Land, einer fremden Kultur verstehen zu können, war nicht immer einfach, aber dann, wenn es Zeit zu gehen ist, zu merken, wie sehr sich die Kinder an einem gebunden haben und geliebt zu werden, ist ein unbeschreibliches Gefühl. Als es dann in mein zweites Jahr ging, habe ich mich dazu entschieden, noch einmal die Familie zu wechseln. Es ging in die Stadt Portland im Staat Oregon, wo ich das wahrscheinlich schönste und erlebnisreichste Jahr meines Lebens verbracht habe. Auch da gab es natürlich Hoch- wie auch Tiefpunkte und vor allem das erneute Gewöhnen an eine neue Familie mit anderer Erziehung gegenüber ihren Kindern, war nicht immer leicht.



Nun aber weg von den Schwierigkeiten und hin zu der Frage, warum es mir denn am Ende so gut getan hat. Erstmal vorab: Als ich mein erstes Jahr mit der Familie in Florida zu Ende gebracht hatte, habe ich noch ein weiteres Jahr in einer neuen Familie im Bundesstaat Oregon verbracht. Warum? Weil ich wusste, dass die Reise noch nicht vorbei war. Es gab nicht nur so viel mehr zu entdecken, auch die Reise, mich zu finden, fühlten sich sich noch nicht wie abgeschlossen.

Lebenslange Erinnerungen und viele Freunde

Rückblickend ist es einfach atemberaubend, wie viele tolle und inspirierende Menschen von den unterschiedlichsten Kulturen ich kennenlernen durfte und nun als Freunde bezeichnen darf. Zusammen haben wir viele Roadtrips und Reisen gemacht, sind in einem Helikopter geflogen, zum ersten Mal „Bungee Jumping“ gemacht, durch die Straßen von Los Angeles und New York gezogen und mit Schlittenhunden in Alaska gefahren.

Natürlich fällt es mir auch schwer, sie nicht mehr so nah bei wohnen zu haben, wie es in Amerika der Fall war, dafür unternehme ich jetzt Trips in andere Länder, um meine Freunde wiederzusehen. Des Öfteren habe ich mich bewusst oder auch unbewusst aus meiner Komfortzone begeben. Sowohl die körperliche, als auch die mentale, und dadurch unglaublichen persönlichen Wachstum erlebt. Die Menschen, die ich über die zwei Jahre kennenlernen durfte, haben mich verschieden geprägt und mich zu einem noch offeneren und selbstbewussteren Menschen gemacht. Auch das Erkunden neuer Gegenden macht einen zu einem bewusster lebenden, dankbaren Menschen und liefert Eindrücke und Erinnerungen fürs Leben.

Zusammengefasst kann ich es nur empfehlen, speziell nach der Schulzeit/Studium, einfach für eine gewisse Zeit reisen zu gehen oder im Ausland zu leben und zu arbeiten. Die Erfahrungen werden dein Leben so oder so bereichern, wenn du nur offen bist, sie zuzulassen.

Hast Du selbst besondere Erfahrungen erlebt? Wie ist es Dir im Ausland ergangen?
Und hast Du spezielle Fragen an Jessica? Dann schreibe uns gerne in die Kommentare auf unserer Webseite!