Hochzeitsplanung: damit müsst ihr rechnen…

Hochzeitsplanung: damit müsst ihr rechnen…

Geschrieben am 14.09.2019
von Michaela Urschitz

Zahlen über Zahlen – das Budget, wenn es um die Planung einer Hochzeit geht, schnell gesprengt. Seit Vintage wieder in ist, kann man jedoch auch auf einfache Mittel zurückgreifen, die nicht nur den Geldbeutel etwas schonen, sondern auch noch richtig klasse aussehen. Wie wir das geregelt haben und was wir aus unserer Hochzeitsvorbereitung gelernt haben, liest du hier…



© f1rstlife / Michaela Urschitz

Wir kommen gerade nach Hause von der Hochzeit meines Schwagers. Hinter uns liegt eine intensive Woche der Vorbereitung: mit anpacken, planen, seelischen Beistand leisten… Familienzeit. Wunderschön. Dann war es endlich so weit: der große Tag! Alle freuen sich mit – die Tische sind schön eingedeckt, die Kirche geschmückt und alles wartet nur noch darauf, dass es endlich los geht. Da werden natürlich Erinnerungen an die eigene Hochzeit wach…

Jedes Hochzeitsfest ist anders – das soll es auch sein! Schließlich geht es um die Wünsche des Brautpaars – wie sie sich ihre eigene Hochzeit vorstellen, was ihnen gefällt und was ihnen wichtig ist. Doch nicht immer ist es so leicht, diese Vorstellungen umzusetzen und anderen mitzuteilen…

Womit ich nicht gerechnet habe: man muss Prioritäten setzen

Mein erster Tipp, wenn’s um’s Planen einer Hochzeit geht: setzt Prioritäten! Eure Prioritäten, schließlich ist es ja auch eure Hochzeit… Zwei, drei Dinge, die euch wirklich wichtig sind und die genau so umgesetzt werden sollen, wie ihr euch das vorgestellt habt. In sämtlichen Hochzeitsratgebern fand ich jeweils denselben Gedanken: „Lasst eure Hochzeit nicht von anderen bestimmen, denn es ist euer schönster Tag im Leben – und da hat euch niemand reinzureden…“

Das schließt natürlich nicht aus, dass man sich nicht die Meinungen anderer einholen darf, doch spätestens wenn sich die Mama oder die Oma oder Tante Mathilde mit einmischen, die alle ihre eigene Vorstellungen haben, was das Menü oder die Gästeliste betreffen, wird einem schnell klar: das ist alles einfacher gesagt als getan.

Da wir die Kosten für unsere Hochzeit möglichst geringhalten wollten und mir persönlich Wiesenblumen total gefallen, war es für mich klar: das werde ich auf jeden Fall versuchen! Die Samen sind schnell gekauft, der Garten einmal umgegraben – und Bohnen kann man sowieso auch im Supermarkt kaufen. Dieses Jahr gibt’s also eine Mischung Wiesenblumen satt – zum richtigen Zeitpunkt ausgesät und jeden Morgen gegossen – für mich eine Wonne der Effizienz 😊.

Ich wollte einfach nicht so viel Geld ausgeben für die Blumendeko, die mir „al natura“ eigentlich sowieso am besten gefällt. Doch ein paar schwere Unwetter streuten schnell Zweifel in meiner Verwandtschaft und so musste ich meiner Familie immer wieder versichern, dass ich glaube, dass das mit den Blumen wirklich klappen wird. (Letzten Endes war es für mich eine echte Gebetserhörung, da die Blumen nicht nur wunderschön aussahen, sondern sogar in meinen Lieblingsfarben blühten!) In der Zwischenzeit jedoch musste ich mühsam meine Idee verteidigen, was mich irgendwann auch selbst etwas verunsicherte: woher bekomme ich kurzfristig noch Blumen, wenn es tatsächlich nichts wird? Oder schneide ich einfach den Blumenstock auf der Terrasse zusammen?
Die Wiesenblumen waren also eine Priorität für mich und ich hab‘ mich sooo daran gefreut! Es hat sich wirklich gelohnt, nicht aufzugeben; und ich würde es genauso wieder machen…

Mit der Familie rechnen…

Dann war da z.B. aber auch das Essen. Ginge es nach meinem Mann und mir (was ja der eigentliche Anspruch war bei einer Hochzeit), hätte das Essen insgesamt viel einfacher ausfallen können. Ich hätte kein ganzes Salatbuffet und 3 Hauptmenüs parallel angeboten – und vielleicht auch den Nachtisch ausfallen lassen, da ich einfach kein Nachtisch-Mensch bin, sondern lieber etwas knabbere… In dem Fall war mir jedoch schnell klar, dass ich möchte, dass sich meine Gäste auch wohlfühlen – und ich konnte einfach nicht von unserer ganzen Verwandtschaft verlangen, insbesondere den etwas Älteren darunter, dass sie einen Döner zum Selbermachen genauso genießen würden wie wir…

Wir waren also bereit, hier etwas mehr auszugeben, weil unsere Priorität nicht bei unseren Vorlieben lag, sondern unseren Gästen. Das heißt: entscheiden müsst ihr selbst! Doch vergesst dabei auch eure Familien nicht, die mit euch feiern, euch unterstützen, lieben und für die euer Tag auch eine wunderschöne Erfahrung werden kann. Welche Prioritäten sind euch wichtig? Wollt ihr die Deko nicht aus der Hand geben? Dann vielleicht im Gegenzug das Kinderprogramm? Und ist euch wichtig, wie der Gottesdienst ablaufen soll? Dann lasst doch die Musiker über die Lieder entscheiden, indem ihr ihnen ein paar Vorschläge macht und ihnen sonst freie Hand gebt.

Mein Mann hatte dazu nämlich folgendes Fazit: „Wenn man auf alles bestehen will, hat man viele Kämpfe zu kämpfen…“ Und ich denke er hat recht: Es ist einfach schlicht unmöglich, über alles entscheiden und nach den eigenen Wünschen gestalten zu können. Habt die Freiheit, eure Freunde einzuspannen und vertraut ihnen, dass sie eure No-Go’s kennen oder benennt sie kurz. Ob die Servietten dann beige oder weiß sind – wenn es ins Gesamtkonzept passt – so what?!

Mit Ausgaben rechnen…

Wenn es euch wichtig ist, Kosten zu sparen, dann tut dies fröhlich! Es gibt viele Möglichkeiten, z.B. Upcycling für die Deko (bei uns waren unzählige Gurkengläser und Paketband im Einsatz, die ich mit meinen Freundinnen umgestaltet habe), große Wasserjars mit frischen Zitronen o.ä. (sie schonen das Getränkebudget, sehen toll aus und evtl. könnt ihr sie sogar von jemandem ausleihen) oder die Einladungen und Dankeskarten als Postkarte zu verschicken. Das war für uns besonders praktisch, da wir einige auch ins Ausland verschickt haben.

Letztendlich ist eine Hochzeit ein tolles, einmaliges Fest und je nachdem werden es eure Eltern oder andere Verwandte nicht nehmen lassen, euch zu unterstützen. Ich musste erst lernen, diese Hilfe anzunehmen. Auch wenn man sparen möchte: mit Location, Essen, Getränken und Deko kommt schon einiges zusammen und manches Geld „muss“ einfach ausgegeben werden. Ich erinnere mich daran, wie geschockt ich war, als ich ein paar Angebote für weiße Tischdecken einholte – so viel Geld für einen Tag?! Glücklicherweise fanden wir welche aus Papier, die aber sehr edel aussahen…

Damit will ich sagen: macht euch auf Kosten gefasst, die einfach so „aus dem Nichts“ auftauchen und gedeckt werden wollen. Und noch viel wichtiger: Lasst euch davon die Freude nicht nehmen! Ob ihr für den Blumenschmuck am Brautauto nachher 15€ mehr oder weniger ausgegeben habt, ist im Nachhinein schnell vergessen. Was dann zählt, ist die Erinnerung an den Start eures gemeinsamen Lebens.

Ich hoffe die Tipps helfen euch in eurer Vorbereitung und entlasten euch auch an der ein oder anderen Stelle, wo Kosten einfach nicht vermieden und eigene Wünsche nicht 1:1 umgesetzt werden können. Also spart euch vor allem etwas Stress und strahlt dafür umso mehr an eurem Hochzeitstag! 😊