Home-Office statt Arbeitsplatz: Das sind die Vor- und Nachteile

Home-Office statt Arbeitsplatz: Das sind die Vor- und Nachteile

Geschrieben am 23.01.2020
von Rebecca Rudolph

Immer mehr Firmen bieten für ihre Mitarbeiter das Modell Home-Office an. Ob das nun positive oder negative Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit hat, liegt an jedem selbst. Wir haben für euch die Vor- und Nachteile zusammengetragen.



© Pixabay

Home-Office klingt zunächst einmal verlockend. Man ist flexibel, hat keine nervigen Kollegen, die einem das Ohr abquatschen und hat keine langen Arbeitswege, geschweige denn den Feierabendverkehr. Doch auch das Home-Office hat seine Schattenseiten, wie soziale Isolation oder die Möglichkeit, niemals wirklich abschalten zu können.

Das sind die Vorteile:

Zeitersparnis

Während die Kollegen, die früh morgens ins Büro müssen, schon im Verkehr stecken und sich anschließend darüber aufregen, wieder keinen Parkplatz gefunden zu haben, kannst du dich nochmal umdrehen oder genüsslich deinen ersten Kaffee trinken. Es spart natürlich reichlich Zeit, wenn das Büro in den eigenen vier Wänden ist. Zudem spart man natürlich auch Geld für Bus, Bahn oder Benzin.
Der tägliche, nervenaufreibende Feierabendverkehr fällt auch weg. Somit hat ein Arbeitnehmer, der von Zuhause aus arbeitet, deutlich mehr Freizeit.

Winterzeit ist Erkältungszeit. Öffis sind wahre Bazillenschleudern und auch im Büro dauert es nicht lange, bis nach und nach jeder krank wird. Diesen Bakterien entkommst du locker, wenn du einfach von Zuhause aus arbeitest.

Freie Zeiteinteilung

Du wartest schon ewig auf diesen einen Arzttermin mitten unter der Woche. Handwerker und Stromableser kommen natürlich auch immer nur werktagmorgens. Mit Home-Office kein Problem. Wenn du von Zuhause aus arbeitest, bist du einfach flexibler. Den Arzttermin kannst du einfach wahrnehmen und anschließend wieder nach Hause gehen, um weiterzuarbeiten. Die verpassten Stunden kann man am Abend dranhängen. Doch Vorsicht! Am besten kommunizierst du das mit Kollegen und deinem Boss von Anfang an, um Ärger entgegenzuwirken.

Work-Life-Balance

Eine gesunde Work-Life-Balance ist wichtig. Doch was bedeutet das eigentlich? Wie das Wort schon sagt: die Ausgewogenheit zwischen Privatleben und Arbeit.

Es ist zum Beispiel toll, dass du dir dein Home-Office einrichten kannst, wie du möchtest. Pflanzen, Dekoration, Kerzen, Musik – all das kannst du dir so einrichten, wie du dich am wohlsten fühlst. Wenn du dich in deinem Umfeld wohlfühlst, kannst du auch effektiver arbeiten. Auch ist es zuhause, zumindest wenn du alleine und ohne Kinder lebst, viel ruhiger als im Büro. Keine Kollegen, die dir wieder von ihren spannenden Wochenenden erzählen, kein ständig klingelndes Telefon oder Gespräche im Hintergrund. Wenn du dich zuhause nicht ablenken lässt, ist das eigene Home-Office der perfekte Arbeitsplatz.

Das sind die Nachteile:

Starke Ablenkungsgefahr

Da gibt es aber auch Nachteile. Das Handy ist viel schneller in der Hand, als im Büro, in dem jeden Moment der Chef reinkommen könnte. Plötzlich ist schon eine Stunde vergangen, weil man sich auf Social Media rumgetrieben hat. Der Wecker klingelt zwar um 8:00 Uhr aber man entscheidet sich, noch 30 Minuten liegen zu bleiben, das sieht ja keiner. Man muss sich selbst klare Regeln geben, da es sonst niemand tut. Selbstdisziplin ist also ein Muss. Und das kann manchmal ganz schön schwer sein, wenn man sich an das Lernen zu Schulzeiten oder im Studium erinnert.

Fehlen von sozialen Kontakten

Ein Pläuschchen an der Kaffeemaschine, in der Mittagspause zusammen essen gehen? Arbeitskollegen können auch Freunde sein, mit denen man gerne Zeit verbringt. Wenn du nicht im Büro bist, kann es schnell zur Isolation kommen, da niemand da ist, um beispielsweise mal fünf Minuten zu quatschen oder sich mit dir auszutauschen.

Auch wenn du eine Frage hast oder etwas nicht verstehst, bist du alleine im heimischen Büro. Klar kannst du eine Mail an deine Kollegen schreiben oder sie anrufen. Da aber niemand auf deinen Bildschirm schauen kann, könnte sich die Ratsuche bei manchen Problemen schwierig gestalten. Es kann passieren, dass du dich isoliert und einsam fühlst, weil die Kollegen vielleicht auch mal ein Feierabend-Bierchen zusammen trinken, bei dem du dann nicht dabei bist.

Vermischung von Beruf und Privatem

Überall liegen Arbeitsunterlagen rum, du kannst nicht abschalten und nimmst nach dem eigentlichen Feierabend auch noch Anrufe an oder liest E-Mails? Wie kannst du eine Grenze ziehen? Am Besten richtest du dir ein Arbeitszimmer ein, und entscheidest dich dafür, dort nach Feierabend nicht mehr rein zu gehen. Arbeitest du in der Küche oder im Wohnzimmer, springen dir immer wieder dein Laptop und Office-Unterlagen ins Auge. Auch solltest du dir zum Beenden deiner Arbeit ein Limit setzen, damit danach deine Freizeit beginnt.

Fazit:

Home-Office ist nicht für jeden Arbeitnehmer und auch nicht für jeden Arbeitgeber geeignet. Von der Arbeitnehmerseite her ist eine gewisse Selbstdisziplin unverzichtbar. Es sollten klare Abgrenzungen der Arbeit vom Privatleben geben, wie zum Beispiel feste Arbeitszeiten. Auch sollte man sich bewusst sein, dass das soziale Leben leiden kann. Entgegenwirken könnte man mit regelmäßigen Meetings im Büro und Gesprächen mit den Kollegen. Doch wenn der Arbeitgeber einem vertraut, und man flexibel sein möchte, ist Home-Office die perfekte Lösung. Viele Firmen bieten mittlerweile auch Modelle an, bei denen der Arbeitnehmer zwei- oder dreimal die Woche von Zuhause aus arbeiten kann. Dadurch kann man einfach ausprobieren, ob das Home-Office einem liegt oder nicht.