Was macht Geld bloß mit uns?

Was macht Geld bloß mit uns?

Geschrieben am 29.07.2020
von Johanna Mayer


Kaufen macht glücklich - so lautet die heutige Devise. Reichtum und Zufriedenheit scheinen untrennbar miteinander verwoben zu sein. Aber stimmt das wirklich? Stellen wir uns unsere Welt doch einmal ohne Geld vor. Ein Kommentar.

„Geld macht glücklich.“, „Geld regiert die Welt.“, „Ohne Moos nix los.“… Solche und viele andere Sprüche dieser Art kennt bekanntlich jeder. Heutzutage gehört zum Glück der finanzielle Reichtum scheinbar wie die Butter zum Brot. Jede Werbung gaukelt uns vor, dass genau ihr Produkt uns zu einem besseren Leben verhelfe – natürlich nur gegen ein „klein wenig“ des so heiß umstrittenen Zahlungsmittels. Sei es über PayPal, per Kreditkarte oder noch auf die altertümliche Weise der Bargeldzahlung – wir kommen heute scheinbar ohne nicht mehr aus!

Warum ist das Finanzielle heute eigentlich so bedeutend?

Aber warum messen wir Geld denn so eine große Bedeutung bei? Wie kommt es, dass nahezu jeder in unserer Gesellschaft so darauf fixiert ist, immer das finanziell Beste aus allem rauszuholen, möglichst viel „Kohle“ zu machen, der klügste Sparfuchs zu werden und gleichzeitig immer das neueste I-Phone oder die schickste Sportkarre zu besitzen?

„Geld“ – eine Definition

Bevor man all dem auf den Grund geht, will ich das Wort „Geld“ erst einmal herunterbrechen auf das, was es wirklich ist: Ein Stück Papier, eine kleine Münze oder ein paar Zahlen auf dem Monitor. Mehr nicht! Objektiv gesehen hat Geld an sich überhaupt keinen Wert! Man kann es weder essen noch anderweitig zum Überleben nutzen und als Zündmaterial würde es auch nur wenige Sekunden die Flammen nähren. Machen wir uns doch bitte einmal kurz bewusst, WAS wir da eigentlich vor uns haben!

Oft wäre das Leben ohne so viel einfacher…

Eine kleine Anekdote aus meinem Leben: Jedes Mal, wenn ich mit Freunden oder meiner Familie Monopoly spiele, freue ich mich anfangs einfach auf die Chance, Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen und ein paar Stunden den Moment genießen zu dürfen. Anfangs kauft sich jeder ein paar Häuschen, kommt mit seiner Figur vielleicht ins Gefängnis oder muss Steuern zahlen, aber die „heile Monopoly-Welt“ ist noch hergestellt. Doch sobald einer der Spieler durch ein wenig Glück eine riesige Summe Geld erhält und der zahlende Spieler dadurch pleite wird, kippt die Stimmung. Der eine in Siegeslaune, der andere im Bewusstsein, dass das Spiel nun für ihn gelaufen ist – es herrscht nun eine große Ungleichheit. Und ich – daneben sitzend – frage mich jedes Mal: Warum nur hat die Menschheit überhaupt so ein Ding erfunden?? Das Leben wäre doch oft so viel einfacher ohne die ständigen Hoch- und Tiefpunkte, Achterbahnfahrten und Grübeleien, die uns Geld beschert! Man sieht also, dass besagtes Zahlungsmittel – neben all den positiven Aspekten, die ich gar nicht infrage stellen will – geradezu zerstörerisch wirken kann, wenn es um das soziale Miteinander, unser Leben und unsere Emotionen geht.

Es sind vor allem die Dinge, die man nicht kaufen kann, die im Leben zählen

Letztens habe ich ein Zitat von Salvador Dali gelesen, dessen Weisheit, die ja eigentlich so banal und trivial sein sollte, mich zutiefst beeindruckt hat: „Geld haben ist schön, solange man nicht die Freude an Dingen verloren hat, die man nicht mit Geld kaufen kann.“ Hiermit ist eigentlich schon alles gesagt. Man muss Geld ja nicht gleich verteufeln oder nie wieder etwas damit zu tun haben wollen – aber wir müssen uns eben immer wieder bewusst werden, dass vor allem die Dinge im Leben zählen, die man nicht mit Geld kaufen kann. Freunde, Familie, Liebe, Natur, Freiheit, Gesundheit, Glück – all das ist einfach nicht käuflich!

Wo liegen Deine Prioritäten?

Lass Dich doch einmal ein auf eine Reise, um die Welt mit Augen zu sehen, die nicht vor Dollarzeichen glänzen! Mach Dir bewusst, dass Du jede Minute mit Deinen Liebsten genießen solltest, dass die Natur etwas Besonderes und Einzigartiges ist, dass jeder Mensch ein Geschenk und vor allem auch Deine Gesundheit unendlich wertvoll, aber auch zerbrechlich ist. Unsere Prioritäten sollten wir hier setzen – nicht im Erwerb von Konsumgütern, Lottoscheinen, Aktien oder schwarzen Zahlen! Denn all diese Dinge können uns nur beschränkt und kurzfristig erfüllen.

Ein Leben fern von Banknoten und schwarzen Zahlen

Mir fällt gerade selbst auf, wie schwer mir das doch oft fällt… hier ein Paar neue Schuhe, da das neueste I-Phone – warum habe ich nicht auch einmal anderes im Kopf? Erst draußen in der Natur, im Gespräch mit meinen Freunden oder, wenn ich Zeit mit der Familie verbringe, bekomme ich den Kopf für das Wesentliche frei und merke, was LEBEN wirklich heißt. Leben heißt, seine Gesundheit wertzuschätzen, sich auszuprobieren, den Augenblick zu genießen. Leben heißt, Quatsch zu machen, Freudentränen zu vergießen und lange Spaziergänge zu unternehmen. Leben heißt, auf einer Blumenwiese zu liegen, seine Liebsten zu umarmen und einfach man selbst zu sein. Leben heißt schlicht und einfach, auch einmal an etwas anderes denken zu können, als an Banknoten und Kreditkarten.

Schließen möchte ich mit folgender Weisheit, die definitiv zum Nachdenken anregt, vor allem aber auch Warnung und Stoppschild sein kann: „In der einen Hälfte des Lebens opfern wir Gesundheit, um Geld zu erwerben. In der anderen opfern wir Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen. Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen." (Voltaire)