Freizeitpark-Geheimtipps: Wie du lange Wartezeiten vermeidest

Freizeitpark-Geheimtipps: Wie du lange Wartezeiten vermeidest

Geschrieben am 31.07.2020
von Timo Gadde


Ein bisschen gehört sie zu jedem Freizeitpark dazu, aber zu viel ist ein absolutes No-Go: Lange Wartezeiten strapazieren nicht nur die Nerven, sondern kosten auch Zeit, die man vielseitiger verbringen kann. Nach mehr als 200 Freizeitpark-Besuchen kommen hier die wirksamsten Tipps, wie Du in Zukunft lange Wartezeiten vermeidest.

Ein Freund brachte mich auf die Idee, als er mich fragte: „Warum wartest Du 60 Minuten für eine Bahn, die höchstens 2 Minuten fährst?“ Ehrlich gesagt verbinde ich mit Warteschlangen nicht unbedingt etwas Schlechtes. Mir sind sogar die besten Konzepte und Perspektiven in den Wartebereichen der Freizeitparks gekommen.

Doch da das nicht allen so geht, möchte ich gerne ein paar Tipps teilen, wie man die Chance auf lange Warteschlangen flexibel verringern kann. Du musst dafür nicht extra den regnerischen Dienstagmorgen während der Schulzeit abwarten. Probier es aus, denn es funktioniert natürlich auch in den Ferien.

Vorweg ein paar Stichpunkte, die zum Thema "Warteschlangen" wichtig sind:

o Warteschlangen sind mittlerweile fester Bestandteil der ausgeprägten Corporate-Identity des Parks. Als Teil des Gesamterlebnisses ist die Gestaltung für renommierte Freizeitparks in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden.

o Warten ist im Zuge der Sicherheitsbestimmungen ganz normal. Viele Freizeitparks haben ihre Fahrtabläufe bereits ausführlich getestet und optimiert. Sie haben schon Wege gefunden, wie man das Bestmögliche aus der Fahrtkapazität herausholen kann.

o Corona bedingt nun, dass Freizeitparks eine noch größere Verantwortung für die Sicherheit ihrer Gäste haben. Wenn Plätze/Reihen frei bleiben und desinfiziert werden, erhöht sich natürlich auch die Wartezeit im Vergleich zu den üblichen Abläufen. Hier gilt: Sicherheit first!

1. Am Parkende anfangen

Punkt 9 Uhr. Wenn der Freizeitpark öffnet, können die Besucher/innen nicht anders, als direkt durch den offiziellen Haupteingang zu gehen (Hotelgäste mal ausgeklammert). Die meisten von ihnen verbindet ein Gedanke: Eine Attraktion fahren bevor die anderen ankommen. Am besten natürlich die größte und schnellste Bahn vor allen anderen.

Das lässt sich sogar nachweisen: Das Indoor-Flugerlebnis "Voletarium" steht direkt am Eingang des Europa-Parks. Es hat seine höchsten Wartezeiten direkt zu Beginn und am Ende der Parköffnung. Ähnliches gilt für die beliebtesten Attraktionen. Sie sind direkt am Anfang stark frequentiert.

Tipp: Beachtet die Fahrtattraktionen nicht, sondern lauft direkt an den anderen Teil des Parkes. Dort beginnt ihr mit den Attraktionen und werdet sehen: Die Wartezeiten sind dort generell am Anfang sehr niedrig. In manchen Parks führen Einschienenbahnen direkt durch den Park. Sie erleichtern Euch das Vorankommen am Morgen - und öffnen schon zu Beginn Euren Blick für die Sehenswürdigkeiten im Freizeitpark.

2. Achterbahnen am Anfang vermeiden

Besucherinnen und Besucher orientieren sich oft zuerst an den großen „Highlights“ eines Freizeitparks: den rasanten Achterbahnen und populären Fahrgeschäften. Wer am Anfang zum Beispiel mit etwas weniger Thrill beginnt, fährt deutlich entspannter. Im Phantasialand gibt es die höchsten Wartezeiten für die Achterbahn Taron direkt zu Beginn. Oft steht bereits eine lange Schlange vor dem Eingangsbereich der Bahn. Das vermiest die Laune – und lässt sich vermeiden.

Tipp: Wenn Besucher die ersten Achterbahnen hinter sich haben, suchen sie sich nicht nochmal dieselben, sondern probieren lieber andere Bahnen aus. Die besten Zeiten für Achterbahnen sind mittags, zwischen 12 und 14 Uhr. Später kommen Fahrgäste häufig zurück, um gute Bahnen noch einmal zu fahren.

3. Neue Attraktionen sind zu Beginn am Beliebtesten

Die Highlights sind für die Besucher besonders auch die neuen Attraktionen. Das sind die, die man meistens noch nicht kennt. Dreh den Spieß doch einfach um: Fahr zu Beginn die spannenden Bahnen, die schon fünf Jahre alt sind. Du wirst sehen, wie viel am Anfang bei den neuen Bahnen los ist, und wie es sich am Mittag verändert. Das ist besonders auffällig, wenn die neue Attraktionen in einem Parkbereich steht, der sonst eigentlich wenig frequentiert ist (nehmen wir zum Beispiel "Hals über Kopf" in Tripsdrill. Die neue Achterbahn befindet sich mit am Weitesten entfernt von den fünf gut besuchten Achter- und Wasserbahnen im Park).

Tipp: Schon am Anfang kannst Du Dir eine Menge schlechte Laune sparen. Warte einfach ein paar Stunden, ehe Du sie fährst. Noch einmal auffälliger wird die Besucherzeit, wenn es sich um eine Indoor-Attraktion handelt, die nicht gerade für Adrenalin-Junkies gedacht ist. Der typische Parkbesucher besucht die Neuheit "Piraten von Batavia" zuerst und steuert dann auf die Achterbahnen zu. Der Achterbahn-Liebhaber fährt zuerst eine Reihe von Achterbahnen, ehe er sich den langsamen Attraktionen widmet. Genau in diese zeitlicher Lücke - sowie am Ende der Parkzeit - kannst Du wesentlich entspannter fahren.

4. Sich in die Besucher hineinversetzen

Wer in einen Freizeitpark geht (der Deutsche besucht ihn in der Regel nur etwa 1x im Jahr), verknüpft damit ganz ähnliche Erwartungen: zuerst etwas fahren, bevor die anderen da sind … die besten Bahnen direkt zuerst, um nichts zu verpassen … Wasserbahnen als Abkühlung, wenn die Mittagssonne brennt … gegen 12 etwas essen … vielleicht danach eine Show … dann gute Bahnen nochmal fahren … am Ende eine Erinnerung kaufen.

Tipp: Dort beginnen, wo die anderen erst später ankommen. Oder: mit einer kleineren Achterbahn und einer schönen Themenfahrt.

5. Single-Rider-Plätze sind für Einzelpersonen

So ist es gedacht – und trotzdem scheint es verlockend, mit mehreren die kürzere Warteschlange zu nehmen, die eigentlich für Einzelpersonen gedacht ist. So ein Verhalten zerstört natürlich die Idee einer solchen zusätzlichen Queue. An Wochentagen wird von Single-Rider-Warteschlangen seltener Gebrauch gemacht.

Tipp: Sind die Wartezeiten generell niedrig (unter 30 Minuten), werden Single-Rider-Warteschlangen seltener aufgesucht. Hier lohnt es sich meistens, die traditionelle Warteschlange (als Einzelperson!) zu umgehen.

6. Zur Mittagszeit den Parkanfang aufsuchen

Gegen 13:00 Uhr kommen höchstens noch ein paar Jahreskarten-Besitzer in den Park hinzu. Dementsprechend ist dann auch der Eingangsbereich weniger frequentiert. Attraktionen wie das Voletarium haben plötzlich viel kürzere Wartezeiten, da sich die Besucherinnen und Besucher im Park verteilt haben.

Tipp: Wer das traditionelle Mittagessen von 12 auf 14 Uhr verschiebt, findet deutlich leerere Restaurants und Imbissbuden vor. Wer die Attraktionen im Eingangsbereich erst gegen Mittag ansteuert, kann übrigens auch die Souvenirs viel entspannter durchforsten.

7. Apps und Informationen nutzen

Besucherströme sind planbar: bei Sommerhitze steuern sie automatisch nach kurzer Zeit zu den Wasserbahnen, bei plötzlichen Regenschauern werden die Innenattraktionen aufgesucht. Es hilft, wenn Du das Wetter für den ganzen Tag kennst und mit einbeziehst. Außerdem gibt es Apps, wie diese, die Dich minütlich auf dem Laufenden halten – und sogar statistische Auswertungen von Wochentagen und Uhrzeiten vornehmen. Natürlich haben auch viele Parks eigene Apps mit Informationen über die Wartezeiten, Shows und Atrraktionen. Der Parkbesuch kann so natürlich auch eine kleine Wissenschaft werden.

Tipp: Stress Dich dadurch aber nicht zusätzlich. Freizeitpark-Besuche können entspannen und ablenken. Zu viel Planung stört beim Genuss. Aber ein kurzer Blick auf die Wartezeiten kann hin und wieder hilfreich sein.

Entspannt bleiben

Wer in einen Freizeitpark geht, kann viel mehr entdecken als nur Fahrattraktionen und zahlreiche Emotionen. Dahinter steckt oft ein großartig durchdachtes Wirtschaftskonzept, mit liebevollen Details, Geschichten, Entwicklungen, Herausforderungen …

Nimm Dir auch Zeit für ein paar echte Geheimtipps und Highlights, an die Du nicht lange erinnern wirst. Riskier es, auch mal Zeit für Achtsamkeit oder das Nachdenken zu haben. Entwirf in diesem geschützten Umfeld neue Pläne und Ideen, beobachte und mach Dir bewusst, dass Du es gerade echt gut hast.

Tipp: Achte auf die kleinen Details, den Streckenverlauf und wie er durchdacht ist … gönn Dir auch etwas, das Du zu Hause nicht tun würdest. Wachse über Deine Angst hinaus – und sei Dir auch darüber im Klaren, dass größere Besucherzahlen einem Park enorm helfen, sich zu verbessern und neue Attraktionen zu planen.

Weitere Tipps für den Freizeitpark kannst Du gerne auch in die Kommentare schreiben!