Quotes #1: „Das Leben ist zu kurz für irgendwann“

Geschrieben am 25.01.2021
von Pamela Petric

Es gibt 1000 Sprüche darüber, dass man sein Leben leben soll und sich nicht zurückhalten soll. Aber was bedeutet das eigentlich? Was kann ich machen? Was macht das mit mir und wie beeinflusst das mein Leben?



Woher kommt das?

Egal ob „Lebe und denke nicht an morgen“ oder „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ oder viele andere Sprüche. Sie sind nicht immer so leicht zu erfüllen. Ich habe mich gefragt, warum es für uns so schwer ist. Wir alle wissen, dass unsere Zeit begrenzt ist auf dieser Welt und trotzdem schätzen wir sie nicht immer. Wir beginnen, dann zu leben, wenn wir vieles schon verpasst haben. Das Hauptproblem ist wohl die Angst, die einen davor zurückhält, einfach aufzustehen und das zu tun, was man will. Die Angst, an der wir hängen, ist der Stein und wir der Ballon, der deshalb nicht fliegen kann. Deshalb stimme ich den Sprüchen zwar zu, jedoch weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer leicht ist, aufzustehen und sich zu trauen, etwas zu machen.


Wie beeinflusst uns das?

Vor allem wird unser Leben dadurch an Erfahrung ärmer. Wir sind alle nur Menschen und es ist komplett in Ordnung, nicht immer alles richtig machen zu können. Fehler sind dazu da, gemacht zu werden. Das formt uns als Menschen und lehrt uns gleichzeitig vieles, was wir später gebrauchen können. Wir können so zum einen verhindern, Fehler zu wiederholen und zum anderen können wir Auswege für ähnliche Situationen finden. Außerdem fühlt man sich häufig schlechter damit, etwas nicht gewagt zu haben, als wenn man etwas ausprobiert hat und gescheitert ist. Alleine diese Erfahrung zu sammeln, ist es wert, es auszuprobieren. Zusätzlich fühlt man sich besser, weil man sich selber überwunden hat und sich seiner Angst oder anderen Gefühlen gestellt und sie besiegt hat.

Vorab ist es generell gut, zu versuchen, das Problem zu lösen, auch wenn es trotz mehreren Versuchen nicht klappt. Wir beginnen damit, uns Gedanken zu machen und alles für die Zukunft zu planen. Wir beginnen im November damit, Jahresvorsätze zu machen und halten sie dann doch nicht ein. Das Entscheidende dabei ist, dass wir alles für die Zukunft planen und nicht im Hier und Jetzt bleiben. Wenn du gerade die Motivation dazu hast, warum fängst du nicht jetzt gleich an? Eigentlich brauchen wir keine Jahresvorsätze um anzufangen, etwas zu verändern. Es gibt nämlich keinen unpassenden Zeitpunkt, um etwas in unserem Leben zu ändern.



Was können wir dagegen machen ?

Wie vorhin erwähnt, planen wir alles in der Zukunft, was das eigentliche Problem ist. Wenn du jetzt gerade diesen Artikel liest und Lust dazu hast, etwas zu ändern, warum tust du es dann nicht? Verschieb es nicht auf nächsten Monat oder auf morgen. Tu es jetzt. Fang jetzt an. Wenn du etwas ändern willst, beginn jetzt damit und warte nicht, bis es möglicherweise zu spät ist. Aufgeben schafft man immer, aber sich jetzt aufzuraffen, aufzuschreiben, was man erreichen will und jeden Tag, ab heute, etwas abzuhaken und zu erledigen, das ist deutlich schwieriger. Es wird nicht nur dein Leben ins Positive verändern, sondern auch du fühlst dich besser und kannst dir keine Vorwürfe machen. Mit jeder Tat wirst du selbstbewusster, weil du auf etwas zurückschauen kannst und weißt, dass du es ganz alleine geschafft hast. Du hast nicht mehr das Bedürfnis, davor wegzulaufen, sondern kannst dich dem Problem stellen, denn du hast schon so viel geschafft, warum solltest du die nächste schwierige Aufgabe nicht auch noch schaffen?


„Das Leben ist zu kurz für irgendwann“

Noch einmal zusammengefasst:

Diese ganzen Sprüche wirken vielleicht auf den ersten Blick wie leere Worte, aber sie beeinflussen uns trotzdem und haben einen wahren Kern. Entweder fühlst du dich schlecht und feige, oder du denkst dir: Das tue ich bereits, jeden Tag. Wahrscheinlich wird dich niemals jemand dazu zwingen, etwas zu tun, geschweige denn, es für dich erledigen. Jedoch ist es nicht immer schlecht, zu etwas gezwungen zu werden, so ist es zum Beispiel bei Deadlines oder deinen Pflichten.

Oft neigen wir dazu, es bis zum letzten Moment aufzuschieben und bereuen es, wenn wir Stress haben. Wenn du keine Wahl hattest und es getan hast, wirst du dich danach besser fühlen. Das habe ich zumindest so erlebt. Ich habe einen Moment in meinem Leben gehabt, an den ich immer wieder versuche, zu denken, wenn ich mich etwas nicht traue. An unserer Schule gab es ein Vorsprechen für eine kleine und letzte Rolle für die Theater AG. Ich habe schon immer gerne geschauspielert und meine Freunde haben mich ermutigt, dort hinzugehen. Auch wenn ich Angst hatte, wollte ich mich unbedingt selbst überwinden, auch wenn ich es nicht geschafft hätte. Es gab noch zwei andere Kandidaten für diese Rolle und wir mussten alle vor dem Rest der Gruppe ein Stück Text vorlesen und die Situation vorspielen.

Davor haben wir noch Zeit bekommen, es zu üben. Ihr könnt mir glauben, dass mein Herz mir fast aus der Brust gesprungen ist, als ich vorspielen musste. Doch ich habe mich dort hin gestellt, den Text aufgesagt und die Rolle bekommen. Für einige andere war das vielleicht eine Kleinigkeit, doch für mich war es die Welt und bis heute bin ich stolz auf mich und denke in meinen dunkelsten Momenten daran, wie ich die Rolle bekommen habe und anschließend vor dem Publikum gespielt habe. Es ist schwer, anzufangen, das weiß ich. Es wird nicht immer leicht sein. Auch wenn man denkt, es läuft super, aber auch wenn du ganz unten bist, kann es nur besser werden. Sobald du deinen besonderen Moment hast, wird es dir genauso gehen. Also nimm diesen Artikel als Zeichen dafür, anzufangen und deinen besonderen Moment zu finden.