Beziehungsdrama? Dieser Schmerz gehört nur dir!

Geschrieben am 20.02.2021
von Josephina Petersen

On-Off-Beziehungen. Ständige Streitereien. Drama. Plötzliche Beziehungsabbrüche – Beziehungen sind nicht immer leicht und voller Liebe. Doch woran liegt das? Ein Erklärungsansatz aus persönlichen Erfahrungen und gewonnenen Erkenntnissen aus meinem eigenen Leben.

Du kennst es aus eigenen Erfahrungen: Es begegnen sich zwei Menschen, zwei Individuen. Sie lernen sich kennen. Die Anfangsphase, die ich gerne als „Kennenlern-Phase“ betitele, ist immer voller Freude und Glück. Die Leichtigkeit einer beginnenden Beziehung zwischen zwei Menschen ist schön, angenehm und verleiht einem Flügel. Beide Parteien „verkaufen“ sich mit ihrer besten Seite und schenken dem jeweils anderen willig und gerne Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe. Doch irgendwann kommt man an einen gewissen Wendepunkt der Beziehung. Die Leichtigkeit verwandelt sich in Stress und Widerstände oder in plötzlichen Rückzug und Ausreden, weshalb keine wirkliche Zeit mehr für den Beziehungspartner vorhanden ist. Was nun?


Woher kommt der Schmerz?

Jetzt stehst du da – welche Seite verkörperst du in dieser Beziehung? Bist du der vermeidende Part, der sich zurückzieht oder stehst du auf der Seite der Kämpferin oder des Kämpfers und trägst deinen Beziehungspartner dein Herz nach, was leider in Stress und Streitereien endet, weil der andere sich bedrängt fühlt und nun in den Verteidigungsmodus wechselt? Wenn man jetzt nicht rational und mit Distanz diese Beziehung betrachtet, sondern stattdessen vehement an dieser Sache festhält und nicht loslassen kann, beginnt das Drama.

Denn Fakt ist: Hier sind zwei Menschen aufeinandergetroffen, welche beide nicht imstande sind, eine wirklich funktionierende Beziehung einzugehen und zu halten. Das tut weh und verursacht einen Schmerz in dir, der dich lähmt und eventuell auch Ängste hervorruft. Was, wenn ich dir nun sage, dass dieser Schmerz und die Angst nichts mit deinem Beziehungspartner zu tun haben ? Dies ist ein Schmerz, der tief in deiner Brust sitzt, dein Herz zerreißt und dich fast wahnsinnig macht. Zum Teil treibt er dich zu merkwürdigen und fragwürdigen Taten. Dieser Schmerz steckte bereits vor dieser Beziehung in dir und hat mit deinem Beziehungspartner nichts zu tun.



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Dein Partner macht dich rasend? Wer ist schuld?

Wie viele von uns schlagen nun in Hass um? Geben dem Partner die Schuld für den Schmerz und die Angst? Sie beginnen, ihn oder sie abzuwerten und denken, dass der andere in böser Absicht so verletzend um sich geschlagen hat und einem absichtlich diese Schmerzen zufügt. Doch dieser Schmerz ist deiner! Er gehört nur dir! Wenn dein Partner in der Lage ist, einen solchen Schmerz in dir hervorzurufen, dann doch nur, weil dieser Schmerz bereits in dir vorhanden war.

Weder du noch dein Partner ist schuld an dieser Situation, welche nun zwischen euch steht. Sie ist da, weil sie da sein muss, um euch beiden etwas aufzuzeigen. Dieser Mensch hat etwas in dir ausgelöst, angetriggert, was in dir eingeschlossen war und nun an die Oberfläche kommt. Sei dankbar, es ist nun deine Chance, dir diesen – deinen – Schmerz genau anzuschauen, zu bearbeiten und aufzulösen.

Minus und Minus ergibt in Beziehungen kein Plus

Seit einiger Zeit gehe ich nun wieder meiner Leidenschaft nach, welche ich in meiner Kindheit und Jugend bereits ausgeübt habe. Ich habe wieder mit dem Reitsport begonnen. Letzte Woche hatte ich eine amüsante Unterhaltung mit dem Inhaber des Gestüts, welcher mich in seiner rheinländischen, lapidaren Art nach meinen „Beziehungsumständen“ fragte. „Wie alt sind Sie, haben Sie Kinder, einen Freund oder sind Sie verheiratet?“ Ich verneinte alles und teilte ihm mein Alter mit.

Er staunte, ich sei doch so eine attraktive und sympathische schöne Frau. Wo denn das Problem läge, fragte er mich und fügte hinzu, ob ich denn so schwierig sei? Ich musste lächeln, hatte er doch mit seinen Worten voll ins Schwarze getroffen. Ich antworte ihm, dass dem wirklich so sei und auch ich meine schwierigen Anteile in mir trage und somit leider auch immer ebenfalls schwierige Männer anziehe mit eigenen Problemen. Minus und Minus ergibt in Beziehungskonstellationen selten ein Plus, sondern leider ebenfalls ein Minus, wenn nicht sogar ein Doppel-Minus.

Lass los und nutze deine Energie sinnvoll!

All die Energie, die du aufwendest, um diese schwierige Beziehung „funktionierend“ zu machen, solltest du ganz schnell dort abwenden und den Fokus auf dich richten. Denn kein Partner der Welt wird dich heilen können und auch du kannst nicht als Retter für deinen Partner fungieren. Jeder für sich kann nur seinen eigenen Schmerz heilen und auflösen. Manche schaffen es allein, lesen Bücher und erhalten die Erkenntnis und Erleuchtung. Andere nehmen vielleicht therapeutische Hilfe in Anspruch. Eine Beziehung voller Dramen gibt dir die Möglichkeit, dich weiterzuentwickeln, jedoch nur, wenn du deinen Partner ziehen lässt und beginnst, dich mit dir selbst zu beschäftigen.

Denn dein eigenes Minus kannst du selbst in ein Plus umwandeln oder in ein Minus-Plus. Niemand ist vollkommen und perfekt und mit einem Plus-Minus in deiner Persönlichkeit wirkt sich dies auch wieder anders auf dich und deine Umwelt aus und so ziehst du keine Minus-Menschen mehr in dein Leben. Dies ist in keinster Weise wertend oder despektierlich, sondern gut gemeint: Es hilft dir sicherlich, Menschen zu finden, welche sich mit dir und deinem neuen Ich identifizieren können und wahrscheinlich besser zu dir passen als es die eingangs erwähnte Beziehungssituation darstellt. Deshalb möchte ich dich ermutigen: Geh deinen Weg, entfalte dich und werde die beste Version deiner selbst – im Alleingang. Und freue dich dann über die kleinen Wunder und Menschen, welche du „wie von selbst“ in dein Leben ziehst.