Nachhaltig einkaufen: So geht es am besten

Geschrieben am 30.03.2021
von Valeria Skok

Jedes Jahr geben Menschen in Deutschland sehr viel Geld für Lebensmittel aus. Dabei spielt auch die Verpackung der Produkte eine große Rolle. Vielen ist gar nicht bewusst, dass viele Lebensmittel einen weiten Weg reisen, bis sie auf unseren Teller kommen. Das schädigt die Umwelt. Dabei geht es viel einfacher und nachhaltiger.

 



© f1rstlife / Valeria Skok

Bei einem Einkauf entscheiden wir uns oft für Waren, die günstiger für den Geldbeutel sind. Leider sind diese aber nicht oder sehr selten nachhaltig.

Das bedeutet „Nachhaltigkeit“:

Der Begriff stammt aus der Forstwirtschaft und beschreibt ein einfaches Prinzip: Man sollte nicht mehr Bäume fällen, als Bäume nachwachsen können. Dadurch denkt man an die Zukunft und daran, dass später ebenfalls Holz gebraucht wird.

Damit ist auch der Gedanke an die zukünftigen Generationen gemeint. Mittlerweile begegnet man diesem Begriff sehr oft und er steht heute für weitaus mehr, als nur Bäume. Dieser Gedanke lässt sich auch auf Wasser, andere Rohstoffe auf der Erde und auch die Abgase ausweiten.
Er soll uns vor Augen führen, dass wir an die Zukunft der Erde denken müssen, damit sowohl wir, als auch unsere Kinder irgendwann ein sicheres Leben haben.

Auf unseren Einkauf übertragen bedeutet das:

Wir dürfen nicht einfach nur kaufen, was am Günstigen ist. Sondern: Wir sollten auch darauf achten, woher ein Produkt kommt. Aus welchem Land wird es geliefert?

Lebensmittel werden in anderen Ländern anders angebaut. Es gibt nicht die gleichen Gesetze, was zum Beispiel das Düngen angeht. Das bedeutet: Wer Lebensmittel in anderen Ländern einkauft, fördert damit auch einen Anbau, der in Deutschland möglicherweise verboten ist. Wenn Lebensmittel außerdem einen langen Weg hinter sich haben, bedeutet das auch, dass sehr viel Benzin oder Treibstoff für den Transport benötigt werden. Und natürlich entsteht dadurch auch mehr CO2, das unser Klima beeinflusst. Somit hat unsere Ersparnis an Geld leider fatale Folgen für unsere Umwelt und auf unsere Lebensbedingungen.

Das soll natürlich nicht bedeuten, dass alle günstigen Lebensmittel schlecht sind. Aber es bedeutet, dass wir besser darüber nachdenken sollten, bevor wir etwas kaufen. Wir müssen uns mehr damit beschäftigen, was unserer Erde schadet und was nicht. Wir müssen uns auch die Frage stellen: Ist es das wert? Oder wollen wir vielleicht ein bisschen mehr Geld ausgeben und dadurch nachhaltigen Anbau, lokale Unternehmen in Deutschland und dadurch lieber die Umwelt unterstützen.



© f1rstlife / Valeria Skok

Nachhaltig denken

Denn nachhaltig denken müssen wir heute schon. Noch in unserer Generation entscheidet sich, ob die Lufterwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann. Wenn wir das nicht schaffen, hat das globale Auswirkungen: Unwetterkatastrophen, Dürren, Migration, neuartige Bakterien. Wir denken, wenn wir nachhaltig denken, also nicht nur an die Zukunft unserer Kinder, sondern auch an unsere eigene. Außerdem tun wir uns selbst etwas Gutes, wenn wir den Bauern in unserer Region stärken.

Nachhaltigkeit ist außerdem viel mehr als nur einkaufen. Wenn man über Nachhaltigkeit spricht, meint man damit auch einen sorgfältigen Umgang mit Ressourcen und Gegenständen. Wenn du einen Gegenstand hast, mit dem du gerne spielst, dann gehst du damit gut um. Du pflegst diese Gegenstände, versuchst sie sauber zu halten, damit sie so lange wie möglich schön bleiben. Wenn du diese Sachen nicht gut behandelst, sie kaputt machst, dann musst du schlimmstenfalls neue kaufen. Doch das bedeutet, dass die alten Sachen im Müll landen, sie werden dann vielleicht verarbeitet oder gleich verbrannt. Das widerum bedeutet wieder mehr CO2 für unsere Erde.

Dadurch, dass du Sachen pfleglich behandelst, vermeidest du einerseits die Umweltverschmutzung und andererseits sparst du Geld. Warum also machen das nicht alle?

Warum denkt nicht jeder nachhaltig?

Es ist eine gute Frage, die sich aber nicht eindeutig beantworten lässt. Viele erwachsene Menschen, die viel Geld haben, entscheiden sich unbewusst gegen Nachhaltigkeit. Ihnen ist es wichtiger, immer das neueste Handy oder Auto zu haben. Hinzu kommen noch Firmen, die mit Absicht Waren herstellen, die nach einem bestimmten Zeitraum kaputt gehen. Dadurch haben sie die Gewissheit, dass man wieder mehr Ware verkauft und ihre Umsätze steigen. Oder man macht es wie andere Marken: Man bringt jedes Jahr ein oder zwei neue Smartphones heraus. Der Wertverlust ist bei diesen Produkten allerdings sehr hoch, auch wenn man sie weiterverkauft.

Unsere Möglichkeiten

Wir können:
– unsere eigenen Sachen so gut behandeln, dass sie lange halten. Nicht ewig, aber zumindest eine lange Zeit. Und wenn viele von uns sich dafür entscheiden, wird es ein großer Fortschritt sein. Denn die Industrie und die Hersteller produzieren so viel, wie es die Nachfrage bestimmt. Wenn die Nachfrage nach Produkten sinkt, werden es auch die Produktionen auf lange Sicht tun.

– lokal und regional einkaufen: Denn damit unterstützen wir die Wirtschaft in unserer Umgebung. Außerdem können wir uns sicher sein, dass die Waren den Qualitätsstandard erfüllen. Ihr Anbau ist überschaubar und der Transport verbraucht nicht so viel Schadstoffe.

– unsere Verantwortung als Käufer/innen nutzen. Wenn wir uns weigern, bestimmte Produkte zu kaufen, wird die Firma die Produktion irgendwann einstellen. In Frankreich hat ein Lebensmittelhersteller nach großer Kritik ein Produkt überarbeitet, um die Kunden zufriedenzustellen. Manche Produkte wurden auch herausgenommen, weil die Menschen sich weigerten, es zu kaufen. Das bedeutet: Achte auf die Zutaten, die darin verarbeitet werden und die Qualität. Wir können aufhören, Lebensmittel mit viel Zucker und bunten Verpackungen zu kaufen. Und wenn jeder von uns es nicht mehr tut, sind die Unternehmen gezwungen, sich zu verändern. Wenn wir nur noch Lebenmittel ohne Plastikverpackungen kaufen, dann wird auch dort ein Wandel stattfinden.

Sprich darüber, teile dein Wissen mit anderen

Es geht nicht darum, jemanden zu bekehren oder zu überzeugen. Der erste Schritt ist es, darüber zu sprechen. Damit informieren wir die Menschen um uns herum und bringen sie zum Nachdenken. Der erste Schritt zur Veränderung sind unsere Gedanken, auch in diesem Fall. Wenn wir es schaffen, viele Menschen zum Nachdenken zu bringen, werden auch sie vielleicht ihre Gewohnheiten verändern.

Mit viel Glück erreichen wir dadurch einen Schneeball-Effekt. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen darüber nachdenken und ihr Verhalten ändern. Wenn wir das geschafft haben, haben auch wir Nachhaltigkeit geschaffen. Dann haben wir eine Veränderung erreicht, die unserer Erde und auch uns gut tut.