Nachhaltige Pflege – für Mensch und Umwelt

Geschrieben am 16.07.2021
von Ehemaliger Autor

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Doch während die großen Ziele seitens der Politik vor allem an Zahlen festgemacht werden wollen, gibt es unzählig viele kleine Dinge, die jeder selbst „ändern“ könnte. Ein paar Ansätze und Inspirationen liefert dieser Beitrag.

Tipp 1: Festes Shampoo statt Flaschenshampoo



pixabay.com © Pezibear / Abbildung 1: Für reichlich Schaum auf dem Kopf braucht es kein Flaschenshampoo.

Festes Shampoo, das in Drogerien und Onlineshops als Haarseife angeboten wird, kann ein natürliches Produkt sein, allerdings lohnt sich hier ein Blick auf die Produktzusammensetzung. Haarseife ist ein natürliches Produkt aus Ölen, Fetten und Natronlauge. Es gibt auch Hersteller, die festes Shampoo aus trockenen Tensiden fertigen. Flaschenshampoo besteht ebenfalls aus Tensiden und Wasser. Das wiederum ist weder gut für die Haut, noch für die Umwelt. Je nach Hersteller und Marke können auch Duft- und Konservierungsstoffe zugesetzt sein.

Anstatt das Shampoo aus der Plastikflasche zu kippen, wird bei beiden trockenen Varianten das Haar zunächst befeuchtet und anschließend eingeseift. Dann lässt sich die Haarseife mit klarem Wasser ausspülen. Wer zu stumpfem Haar neigt oder in einer Region lebt, in der das Wasser sehr hart ist, kann eine saure Spülung verwenden, um sprödem Haar mehr Glanz zu verleihen. Festes Shampoo, das zwar Tenside enthält, allerdings auch für jeden Haartyp geeignet ist, hat trotz Tensidzusatz noch den Vorteil, dass es nicht in einer Plastikflasche in der Dusche steht, sondern wie eine Seife am Stück zu kaufen ist – und das meist in einer Kartonschachtel.



pixabay.com © PatriciaMoraleda / Abbildung 2: Eine Menstruationstasse kann 15 Jahre halten. Dieses Produkt könnte die Müllberge von Menstruationsprodukten deutlich reduzieren.

 

Tipp 2: Menstruationstassen statt Binden und Tampons

Slipeinlagen und Tampons sind die gängige Variante, die frau einmal im Monat nutzt. Bei beiden Produkten handelt es sich jedoch um Einwegprodukte, die nach einmaliger Anwendung zu entsorgen sind. Die Slipeinlage landet im Müll. Gleichzusetzen ist die Verrottung einer Damenbinde in etwa mit dem Prozess einer Babywindel. Und bei dieser kann es 500 bis 800 Jahre dauern, bis sie verrottet. Hochrechnungen zufolge braucht eine gesunde Frau in ihrem Leben etwa 16.800 Menstruationsprodukte, die im schlechtesten Fall auf dem Müll landen. Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt so jährlich ein Müllberg von 75.000 bis 125.000 Tonnen zusammen.

Eine Alternative, um diese Müllberge deutlich zu reduzieren, sind Mehrwegbinden, Periodenslips und Menstruationstassen. Während waschbare Binden und Slips in der Waschmaschine gereinigt werden können, können Menstruationstassen je nach Qualität und Hersteller 15 Jahre lang verwendet werden. Uneingeschränkt geeignet sind die Produkte jedoch nur dann, wenn keine Spirale eine ungewollte Schwangerschaft verhindern soll.



pixabay.com © Victoria_Borodinova / Abbildung 3: Eine Zahnbürste aus Holz ist die natürlichere und nachhaltigere Version der Mundhygiene.

Tipp 3: Nachhaltige Mundhygiene – aus Zahnbürstenbäumen und mit Zahnpastapillen

Die Müllbilanz der deutschen Mundhygiene sieht schlecht aus: 190 Millionen Zahnbürsten gehen jedes Jahr über den Ladentisch und sorgen dafür, dass – wenn sie alle drei Monate gewechselt werden – etwa 2.200 Tonnen Plastikmüll entstehen. Diese Summe ergibt sich durch den Plastikanteil in der Zahnbürste sowie durch die plastikreiche Verpackung. On top kommen etwa 400 Millionen Zahnpastatuben im Jahr. Zahnseide, Zahnpflegekaugummis und weitere Zahnpflegeprodukte kommen mit Blick auf den Müllberg noch hinzu. Allein diese Tatsache bewegt immer mehr umweltbewusst denkende und agierende Menschen dazu, auf nachhaltige Mundhygiene zu setzen. Auch der Aspekt, dass damit weniger Chemie und weniger hormonaktive Stoffe im Körper landen, bewegt viele zum Umdenken. Doch welche Alternativen gibt es?

Zahnbürsten aus nachwachsenden, natürlichen Rohstoffen, sind eine gute Alternative. Der Bambus beispielsweise gilt als wasserabweisend, antibakteriell und schnittfest. Nur bei den Borsten muss der umweltbewusste Mensch Abstriche machen, denn diese sind entweder aus Erdöl oder besser noch aus dem natürlichen Äquivalent, aus Rizinusöl. Die Alternative zur Zahnpastatube ist die Zahnpastatablette. Diese gibt es nicht entweder im bekannten Tablettenblister, sondern unverpackt. Durch das Zerkauen im Mund, entsteht ein Schaum, der zum Zähneputzen geeignet ist. Damit ist die Zahnpastatablette plastikfrei und umweltverträglich.



pixabay.com © kropekk_pl / Abbildung 4: Plastik-Einwegrasierer sind umwelttechnisch betrachtet die schlechteste Wahl.

Tipp 4: Nachhaltige Haarentfernung

Die nachhaltige Haarentfernung bei Mann und Frau hat nur einen gemeinsamen Nenner: Einwegrasierer und Plastikrasierer sind die Haarentfernungsmethode, die für am meisten Müll sorgt. Sowohl die Rasierer selbst als auch Klingen und Rasierschaum sorgen bei Mann und Frau für einen Plastikmüllberg. Die Alternative ist der elektrische Rasierer beim Mann sowie Rasierer oder Epilierer bei der Frau. Darüber hinaus gibt es noch weitere, unbekanntere Varianten er nachhaltigen Haarentfernung.

Wer ihn als Mann beherrscht, verursacht mit einem Rasiermesser oder einem Rasierhobel am wenigsten Müll. Die Klinge im hochwertig verarbeiteten Rasiermesser wird regelmäßig geschärft und ermöglicht man(n) die geliebte Nassrasur. Frau und Mann können das Rasiermesser gleichermaßen nutzen, allerdings nur mit reichlich Übung, denn die Verletzungsgefahr ist groß – und zwar vor allem an schwer zu enthaarenden Körperstellen.

Da gerade die Frauenwelt immer häufiger auf der Suche nach nachhaltigen und langanhaltenden Maßnahmen ist, setzen immer mehr Frauen auf die Waxing- oder Sugaring-Methode. Das Grundprinzip ist bei beiden Varianten gleich. Aufgetragen wird heißes Wachs oder eine heiße Zuckerpaste. Sobald diese angetrocknet ist, wird die Masse samt Haaren und Haarwurzeln abgezogen. Die nachhaltigere Variante ist übrigens das Sugaring, denn die Paste besteht aus Zucker, Wasser und Zitronensaft, als aus natürlichen Bestandteilen. Beim Waxing ist die Gefahr größer, dass Chemikalien und Kunststoffe, die aus Erdöl gewonnen werden, in die Haut gelangen.

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit einem externen Redakteur.