Frühlingserwachen – Wie uns die neue Jahreszeit Hoffnung schenken kann

Geschrieben am 24.03.2021
von Giulia Santonocito


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Der Blick nach draußen lockt: Die Sonne scheint und wenn ich aus der Tür trete, erwartet mich die erste Blumenpracht und ein angenehmer Frühlingsduft. Die neue Jahreszeit bringt Hoffnung und neues Vertrauen in den sonst so tristen Corona-Alltag.


Die ersten Krokusse graben sich durch die Erde und mancherorts ist eine grüne Wiese voller weißer bunter Tupfen zu sehen. Die Natur wacht auf und dank längerer Tage, werde ich aktiver. Das Erwachen aus dem Winterschlaf ist nicht nur ein Naturschauspiel. Mit kräftigeren Sonnenstrahlen und steigenden Temperaturen hebt sich auch gleich die Laune. Nun muss ich mich nicht mehr in mehrere Schichten Kleidung einmummeln. Stattdessen kann ich mein Gesicht in die Sonne halten und die Wärme genießen. Auch altbekannte Wege durch die Stadt zeigen nun ein anderes Gesicht.

Das Rot der Dächer leuchtet und die weißgetünchten Fassaden strahlen. Wer regelmäßig draußen ist, ob mit vier- oder zweibeiniger Begleitung als auch allein, für den gibt es jetzt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Auf Wiesen und in Beeten zeigen sich an einem Tag erste Triebe. Am nächsten ist ein Pflanzenmeer zu sehen. Die ersten Bäume treiben ihre Knospen aus. Bald wird das Braun und Grau der Wälder von zartem Grün überdeckt werden.



Endlich hat das Warten ein Ende

Die Pflanzen haben genug geschlafen und zeigen, welche Schönheit in ihnen geschlummert hat. Mutig trauen sie sich, ihre verletzlichen Blüten der Welt zu zeigen. Sie hoffen auf die Wärme der Sonne und vertrauen auf stabiles Wetter. Mir geht es ähnlich. Nicht wenn ich über das Wetter nachdenke. Aber wenn ich auf die derzeitige Coronasituation schaue. Ich hoffe, dass die Öffnungen, die wieder ein Stück Freiheit versprechen, nicht zur Falle werden.

Ich vertraue darauf, dass die Impfungen langfristige Sicherheit für alle bieten. Hoffnung und Vertrauen: Das fällt dank des Frühlings wieder ein bisschen leichter. Doch das Risiko bleibt als bitterer Beigeschmack. Was wenn? Diese Frage müssen sich Tulpen nicht stellen. Sie fangen an zu wachsen, wenn die Gegebenheiten die richtigen sind. Sie verfügen über die wichtigen Informationen für den richtigen Zeitpunkt, wann welches Risiko einzugehen ist. Das tun wir nicht und obendrein gibt es immer Zweifel. Sie nagen an jedem von uns. Ist das richtig, was an Gesetzen beschlossen und nicht beschlossen wird? Ist es in Ordnung, wie ich mein Leben lebe, oder gefährde ich mit meinem Einkauf vielleicht jemanden? Zweifel, die berechtigt sind, aber zermürben können.



Hoffnung in der Natur

Dann hilft es, zu schauen, was gerade besser wird. Draußen auf Entdeckungstour gehen und die Welt auskundschaften. Jetzt ist alles im Werden, alles verändert sich. So traurig mancher Baum ohne seine Blätter wirkt, so viele Knospen zeigen mir schon jetzt, dass sich das bald ändert. Energie sparen, um dann zeigen zu können, was in einem steckt. Kraft tanken für die vielen Herausforderungen des Lebens. Das bedeutet Momente schaffen, in denen das Leben zum Genuss wird. Die Natur inspiriert dazu in allen Formen und Farben. Nun ist es an mir, diese Eindrücke aufzunehmen und mich so, ein klein wenig von den Problemen der Welt ablenken zu lassen.