Wie ist das mit der Beziehung während der Coronakrise?

Wie ist das mit der Beziehung während der Coronakrise?

Geschrieben am 01.04.2020
von Valeria Skok

Während die Zahlen der Erkrankten steigen, hat die Coronakrise vielerlei private Auswirkungen und vor allem Einschränkungen für jeden Einzelnen von uns. So ist leider jedes Teffen zu einem Risikofaktor geworden und so ist zwar die Zeit gegeben, aber nicht die Möglichkeit, für Unternehmungen und spontane Treffen. Hier sind fünf Impulse, mit denen man seinem/r Liebsten immer noch nahe bleiben kann.



© f1rstlife / Valeria Skok

1. Telefonieren oder Facetime

Gerade wenn die Sehnsucht nach dem Partner groß ist, ist es unentbehrlich, gemeinsam zu telefonieren und mit dem Partner die Gedanken und Gefühle auszutauschen, die uns bewegen und beschäftigen. Es tut auch einfach gut, die Stimme eines geliebten Menschen zu hören und/oder ihn zu sehen. Manchmal ist auch gerade das das Wichtigste und nicht nur die Gespräche. Wir lernen gerade eine völlig neue Dimension von Abschottung, aber auch eine ganz neue Art der Nähe, die für die Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen könnte. Wir haben jetzt die Verantwortung, so wie nie und diese sollten wir wahrnehmen, um das Beste aus der Situation und aus der nahen Zukunft zu machen.

2. Die richtigen Fragen stellen

Gerade jetzt haben wir etwas mehr von der Besonnenheit und der Nachdenklichkeit, die uns sonst so oft im Alltag aufgrund der vielseitigen Anforderungen fehlt. Jetzt ist die Zeit, in der wir die Muße haben, die richtigen Fragen auch an unseren Partner zu stellen. Wir erhalten so oft die Standartantworten, wenn wir jemanden fragen, wie es ihm geht. Manchmal fällt es uns sogar schwer, mit unseren Liebsten darüber zu sprechen. Deswegen ist es geradezu unentbehrlich zu erfahren, was für Gedanken und Gefühle unsere Liebsten gerade jetzt haben. Viele werden einsamer und fühlen sich vielleicht verloren, aber gleichzeitig wachsen auch so viele Initiativen und Möglichkeiten, sich nahe zu sein und sich näher zu kommen. Diese Zeit sollten wir auch dafür nutzen.

3. Briefe schreiben

Wir sind in einer Zeit der Schnelllebigkeit, mit der manchmal unser gesamtes Wesen zu kämpfen hat. Doch durch die aktuelle Krise, in der wir etwas mehr Zeit für uns haben, wenn auch vielleicht nur in unseren eigenen vier Wänden haben wir ungeahnte Möglichkeiten. Wir können gerade in dieser Zeit Briefe an unseren Partner schreiben (und sie vielleicht sogar abschicken oder aufbewahren). Der Vorteil ist, dass wir genau über unsere Gedanken und Gefühle reflektieren können, während wir schreiben. Manchmal geht die Tiefe und das Detailreichtum unserer Gedanken und Fefühle im Alltag unter, weil wir so viele Gedanken und Pflichten haben. Die Medienflut ist auch einer der Gründe, warum wir uns weniger darauf konzentrieren, Erinnerungen zu Papier zu bringen. In 50 Jahren werden wir ganz sicher keine Screenshots auf dem Dachboden finden wollen, sondern einen Brief, den unser Liebster mit seinen Händen gefaltet hat.

4. Zeit für sich nehmen

Es klingt vielleicht trivial, doch je länger wir in einer Partnerschaft sind, desto wichtiger wird es auch, sich Zeit für sich zu nehmen. Das liegt zum einen daran, dass man vielleicht eigene Interessen hat und zum anderen ist es sehr schön, auch Hobbies ohne den Partner auszuführen, da wir uns dann mehr auf uns konzentrieren. Je mehr wir uns auch um uns selbst und unsere Leidenschaften und Hobbies kümmern, desto zufriedener und ausgeglichener werden wir. Und je zufriedener wir mit uns sind, desto mehr können wir auch die wertvolle Zeit mit unserem Partner verbringen und und ihm ganz widmen. Außerdem wird man sich gerade in der kurzzeitigen Abwesenheit eines Partner dessen gewahr, wie sehr man ihn schätzt und wie viel er uns bedeutet.

5. Zeit zum Reflektieren

Im Unterschied zu der Zeit für sich ist hiermit keine Aktivität gemeint, sondern ein Gedankenstrom, dem wir nachgehen können. Wenn wir tief in uns gehen und uns fragen. Ob die Zeit nicht reif ist, um etwas Entscheidendes zu verändern oder aber auch vielleicht zu modifizieren. Wir können beispielsweise merken, dass uns Menschen gar nicht guttun, von denen wir es oft denken. Auch über sich und den Partner sollte man reflektieren, denn oft schleichen sich bestimmte Muster im Alltag ein, die sich dann immer schwerer erkennen lassen. Erst wenn wir uns durch räumlichen und zeitlichen Abstand davon distanzieren, merken wir, dass wir manches nicht optimal machen oder auch der Partner. Wir sind alle nicht perfekt, deswegen ist es wichtig, mit sich, sowie mit dem Partner nachsichtig zu sein. Denn es gilt immer, dass wir gemeinsam an uns arbeiten und nicht gegeneinander.

Fazit

Wir haben im Alltag nicht immer die Muße, uns mit den wirklich tieferen Themen zu beschäftigen und manchmal fehlt uns auch einfach zu Zeit. Deswegen ist jetzt der Zeitpunkt, an dem wir unsere Entscheidungen treffen sollten. Wir können so weitermachen, wie bisher, oder wir können gemeinsam an uns arbeiten und der Partnerschaft und dem Leben einen neuen Glanz verleihen. Wir merken dadurch ebenso, dass uns die Zeit und die Ruhe guttut.

Das, was uns so oft fehlt, trotz gemeinsamer Treffen ist die emotionale Begegnung. Nur zu oft drehen sich unsere Gedanken um naheliegende Themen und manchmal hören wir auch nicht richtig zu, weil unsere Gedanken zu dem Projekt wandern, das wir noch nicht beendet haben. Jetzt ist die Zeit, uns und unsere Gedanken und Taten zu hinterfragen und sie sprechen zu lassen.