Diskriminierung von Hunden und ihren Haltern im Alltag

Diskriminierung von Hunden und ihren Haltern im Alltag

Geschrieben am 09.08.2019
von Laura Mench

Der Hund ist des Menschen bester Freund. In 18 Prozent der deutschen Haushalte lebt mindestens einer von ihnen. Er ist neben der Katze das beliebteste Haustier der Deutschen. Immer öfter jedoch treffen wir beim Gassi gehen auf Schilder, die die Anwesenheit von Hunden als „verboten“ oder „unerwünscht“ anzeigen. In Zeiten der Antidiskriminierungsbewegung sollten wir auch vor dieser Diskriminierung nicht die Augen verschließen.



© Pixabay

Warum sollte man sich einen Hund anschaffen?

Ein Hund kann eine riesige Bereicherung für das Leben sein. Im Gegensatz zu vielen Menschen heutzutage ist er bedingungslos treu und nimmt dich, wie du bist. Egal, ob du viel Geld oder ob du eine Einschränkung hast: Er lernt, mit dir zu leben, begleitet dich und kann dir im besten Fall auch Zugang zu neuen Freundschaften verschaffen. Gerade schüchterne Menschen, die schlecht auf andere zugehen können, profitieren von der Anwesenheit eines Hundes, denn es gibt sofort ein Gesprächsthema. Außerdem kann die Anwesenheit eines Hundes Hemmschwellen abbauen und fördert allgemeine Entspannung.

Warum sind viele Hunden gegenüber negativ eingestellt?

Das Halten eines Hundes erfordert nicht nur Verantwortungsbewusstsein sich und seinem Hund gegenüber. Nein, es braucht auch ein Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Mitmenschen im Haus, in der Nachbarschaft und in dem ganzen Rest der Stadt. Auch ein Hund muss, genauso wie wir Menschen auch, regelmäßig seine Blase und seinen Darm entleeren. Wo ist das Problem, wenn man die Haufen von der Straße einsammelt und in eine Mülltonne wirft? Selbst Hundebesitzer regen sich darüber auf, wenn sie beim Spazierengehen plötzlich in einen braunen Haufen treten. Lange Zeit wurden die Haufen einfach liegen gelassen, der Hundeboom ging weiter und Hinterlassenschaften wurden mehr. Viele Hundehalter sind heutzutage bereit, die Hinterlassenschaften zu entfernen. Warum tut es nicht alle? Wir wollen doch alle, dass die Stadt sauber ist.

Ein anderer Grund, warum man Hunden gegenüber negativ eingestellt sein kann, ist die Angst vor Bissen. Nicht allein die Tatsache, dass der Hund immer noch ein Tier und kein Mensch ist, dass man ihm nicht in den Kopf schauen kann, macht ihn ein Stück weit unberechenbar. Je größer der Hund, desto größer das Angstpotenzial der Mitmenschen. Manch einer findet eben den Anblick eines großen Dobermanns bedrohlich. Das ist auch kein Wunder, denn regelmäßig tauchen in den Nachrichten Bilder von Kindern mit zerfetztem Gesicht auf oder Schlagzeilen, dass Frauchen oder Herrchen totgebissen wurden. Die Erziehung des Hundes ist daher ein Muss. Leider aber können nicht alle Hundebesitzer von sich behaupten, dass sie ihren Hund gut erzogen und im Griff haben.

Verbotsschilder: Gibt es keinen anderen Weg?

Regeln sind in einer Gesellschaft von großer Wichtigkeit, nur durch ihre Einhaltung kann ein friedliches Zusammenleben gewährleistet werden. Was jedoch, wenn Verbotsschilder zur Diskriminierung werden? Warum dürfen Hunde nicht unbedarft in der Blumenrabatte schnüffeln? Warum gibt es Straßenabschnitte, auf welchen Hunde und deren Besitzer grundsätzlich „unerwünscht“ sind? Ich schreibe doch auch nicht an mein Gartentor „Katzenbesitzer müssen draußen bleiben“.

Sicher, in Supermärkten ist es aus hygienischen Gründen notwendig, dass Hunde vor dem Geschäft warten. Hier sind Verbotsschilder durchaus angemessen. Erfreulicherweise sieht man aber häufig auch Hinweisschilder vor dem Geschäft, die höflich darauf hinweisen, dass Hunde „leider draußen bleiben müssen“. Häufig gibt es netterweise sogar ein Schälchen Wasser für den vierbeinigen Begleiter, um die Wartezeit für ihn angenehmer zu machen.

Die Diskriminierung geht weiter:

Wenn es doch nur die Verbotsschilder wären. Leider gibt es noch viel mehr, worin Hundebesitzer im Vergleich zu anderen Tierhaltern oder zu Tierlosen das Nachsehen haben, etwa in vielen öffentlichen Gebäuden. Ein Beispiel:

Ich absolviere gerade ein Studium. Schon in unserem Schulvertrag ist fest verankert, dass das Mitbringen eines Hundes untersagt ist, egal welche Größe er hat. Aus reiner Tierliebe hat sich eine Kommilitonin trotzdem einen kleinen Hund angeschafft. Er kann aber noch nicht allein zu Hause bleiben, wenn sie den Kurs besucht. Mehrfach musste sie wegen des Hundes den Unterricht früher beenden, oder durfte gar nicht erst erscheinen.

Und das, obwohl die Anwesenheit eines Hundes nachweislich die Lernatmosphäre entspannt und keiner im Kurs ein Problem mit der Anwesenheit des niedlichen Hündchens hätte.

Es scheint normal zu sein, Hundebesitzern durch Schilder am Straßenrand oder durch Gebäudeverweise etc. ihren „Makel“ aufzuzeigen und keiner beschwert sich darüber. Warum? Wäre es nicht sinnvoll, wenn jeder auf sich, seinen Hund und seine Umwelt achtet, die Hinterlassenschaften entfernt und wir somit alle ein harmonisches Zusammenleben mit Zwei- sowie Vierbeinern führen können?