10 Nachhaltigkeitstipps, die du noch nicht kennst!

Geschrieben am 14.07.2022
von Catarina Clément

Saisonal, regional & biologische Lebensmittel kaufen, Strom sparen und zu Ökostrom wechseln, möglichst wenig Plastik verbrauchen und lieber das Rad als das Auto nehmen – diese Tipps kennen wir alle schon. Ich möchte dir deshalb heute nochmal andere Produkte und Ideen vorstellen, die du noch zusätzlich umsetzen kannst, um deinen Alltag nachhaltiger zu gestalten.

Foto: Pixabay

1. Blumenerde

In der herkömmlichen Blumenerde sind häufig nicht nur chemische Dünger, sondern vor allem Torf. Dieser wird aus Mooren gewonnen, wodurch CO2 freigesetzt wird. Viele Gartencenter bieten inzwischen bereits torffreie Erde an. Wenn du deine Erde aber einfach gleich selbst machen möchtest, hast du neben dem Kompost auch noch eine einfachere und schnellere Möglichkeit: Den Bokashi Eimer.

Mit einem „Bokashi Eimer“ kannst du deinen eigenen Humus bzw. hochwertige Erde aus deinen Küchenabfällen herstellen. Das Prinzip dahinter ist die Fermentierung. Kleine, effektive Mikroorganismen helfen dir dabei, die Küchenabfälle zu zersetzen. So lässt sich auch alte Erde vom letzten Jahr wieder aufarbeiten.

2. Nachhaltige, faire Hängematten

Im Garten, im Park oder auf Reisen: Hängematten sind einfach gerade wieder in. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Mikroabenteuer in der Hängematte? Leider bestehen auch Hängematten häufig aus Kunststoff und werden unter widrigsten Umständen per Hand hergestellt. Um das zu verhindern, hat die Firma „Hängemattenglück“ die ersten fair produzierten, plastikfreien Bio-Hängematten entwickelt (inzwischen sind viele Modelle dazugekommen).

3. Selbstgemacht ist viel besser!

Die Natur schenkt uns so vieles und das ganz umsonst! Im Frühjahr kann Bärlauch geerntet und beispielsweise zu Bärlauch-Pesto verarbeitet werden. Danach folgt die Brennnessel-Saison. Wenn sie anfangen, zu wachsen, können die jungen Blätter gesammelt werden (es funktioniert auch mit älteren Blättern). Du kannst sie in der Küche wie Spinat verarbeiten. Ich liebe es!

Für die Süßen unter uns eignen sich Holunderblüten im Frühsommer. Ich koche daraus Holunderblütensirup, den wir im Sommer für Limonaden nutzen (gemeinsam mit Basilikum oder Minzblättern). Hast du noch gute Rezeptideen für uns oder wünscht dir von mir konkrete Rezepte zum Nachmachen? Dann schreib das gerne in die Kommentare!

4. Nimm deine eigene Trinkflasche mit

Unser Leitungswasser ist das in Deutschland am besten geprüfte Lebensmittel. Also nutze es! So sparst du nicht nur Geld, sondern auch unnötige Plastikflaschen. Mit der „Refill-App“ kannst du übrigens unterwegs auch nach Läden Ausschau halten, in denen du deine Flasche kostenlos auffüllen darfst!

5. Toilettenpapier (ein-)sparen

Toilettenpapier besteht aus Holz (recycelte Papierprodukte) oder Bambus (welches nicht hier wächst). Bäume bräuchten wir allerdings eher lebendig, wenn wir den Klimawandel stoppen wollen. Das ging mir nicht aus dem Kopf: Also bin ich auf die Suche nach einer Alternative gegangen.

Zu Beginn der Corona Pandemie wurden sie bekannter: die Po-Duschen. Im Endeffekt ist es nichts anderes als ein Bidet für überall. Ich bin unfassbar begeistert und brauche seit dem Kauf wirklich viel weniger Toilettenpapier! Mein nächster Schritt ist, alte Handtücher klein zu schneiden und zum Abtrocknen zu nutzen. Diese können dann in der Waschmaschine mitgewaschen werden.

6. Sharing is caring

Wieso muss ich eigentlich alles selbst besitzen? Eigentlich lohnt es sich doch, gewisse Gegenstände einfach zu teilen beziehungsweise auszuleihen. Es reicht eigentlich eine Fahrradpumpe pro Straße oder Mehrfamilienhaus genauso wie ein Werkzeugkoffer, Rasenmäher oder Waffeleisen. Tu dich mit deinen Nachbar*innen oder Freund*innen zusammen und tauscht oder leiht euch Gegenstände.

Auch Konzepte, wie Kleidertauschpartys, Büchertauschschränke, Pflanzentauschbörsen oder Kleidermietangebote, arbeiten nach diesem Prinzip. Dabei trifft man vielleicht auch wieder neue nette Leute und kommt mit der Nachbarschaft in Kontakt!

7. Weniger ist mehr

Wir brauchen in unserer neuen Welt ziemlich viel Speicherplatz, gerne in Form von Clouds. Ob es Online Streaming-Angebote, Posts in sozialen Medien oder Fotosammlungen sind: Speicherplatz ist das neue Gold. Das verbraucht ziemlich viel Energie. Insgesamt arbeitet die Industrie stark daran, die Energie, die sie verbraucht, zu senken. Und zwar hauptsächlich, um Kosten zu sparen.

Jedoch gibt es immer wieder Neues, was man ausprobieren möchte und was wieder Energie benötigt. Deshalb sollten wir alle überlegen: Brauche ich das wirklich? Wie wäre es denn mal wieder mit einem Federballspiel, Picknick oder Grillabend draußen, so ganz ohne Technik 😉?

8. Achtsamkeit und Zeit in der Natur

Wie jetzt? Um mich selbst kümmern soll besonders nachhaltig sein? – Ja genau! Denn wenn wir unglücklich, gestresst und unzufrieden sind, konsumieren wir viel mehr. Wer kennt es nicht: „Heute bin ich platt, ich gönne mir jetzt eine Fertigpizza/Eis/Schokolade/Chips“?

Außerdem hat man dann auch keine Lust mehr, zu überlegen, dass man eigentlich ja Wasser sparen oder weniger Energie verbrauchen wollte. Deshalb nimm dir Zeit für dich, damit du ausgeglichen bist. Nur so wirst du auch langfristig nachhaltiger leben – die Welt ist eben voller Verführungen. 😉

9. Sag es mit Fairtrade-Blumen!

Wir verschenken zum Muttertag, Valentinstag, Geburtstag oder Jahrestag gerne Blumen. Gerade Rosen werden häufig stark mit Pestiziden besprüht und von Menschen (zumeist Frauen) ohne Schutzkleidung geerntet. Frage deshalb in deinem Blumenladen nach Fairtrade-Rosen oder gleich regionalen Blumen aus Deutschland. Auf der Webseite von „Fairtrade Deutschland“ kannst du auch nachsehen, wo es faire Rosen zu kaufen gibt.

10. Nachhaltiges Bankkonto

Ein Aspekt, den viele nicht auf dem Schirm haben, ist das Thema „Geldanlage und die Macht des eigenen Kontos“. Große private Banken zahlen ihren Investmentbänker*innen nicht nur im gesamtgesellschaftlichen Vergleich viel zu hohe Löhne, sondern investieren zum Teil in Kohle- und Atomstrom, Spekulationen von Nahrungsmittelpreisen oder Rüstungsgeschäften.

Öffentlich-rechtliche Kreditinstitute handeln meistens verantwortlicher. Es gibt jedoch auch noch eine weitere Möglichkeit, sein Geld sinnvoll anzulegen, und damit nachhaltige und zukunftsfähige Projekte zu fördern: Umweltbanken oder Ethikbanken. Sie haben hohe Ansprüche an ihre Investments und schließen unethische und unökologische Anlagen von vornherein aus.

Du merkst, es gibt immer noch Aspekte, die wir an unserem Lebensstil nachhaltiger gestalten können. Doch wir müssen auch große Unternehmen in ihre Verantwortung ziehen. Nur gemeinsam lässt sich die Welt zu einem besseren Ort machen. Mein Tipp: Überfordere dich nicht, niemand ist perfekt. Setzt lieber Schritt für Schritt eine neue Sache um, statt am Ende frustriert zu sein.

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*Keine bezahlte Werbung, Erwähnungen aus persönlicher Überzeugung