Vier Basics für gesunde Beziehungen in Deinem Leben

Geschrieben am 22.07.2022
von Maja van Berg

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Wenn es um Beziehungen geht, dann haben wir alle schon mal unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Manche von uns haben sogar toxische Beziehungen erlebt, die sie nachhaltig prägen. Dennoch unterschätzen wir oft die Macht, die wir selbst haben, um die Beziehungen in unserem Leben zu verändern. Hier sind meine 4 Tipps, um deine Beziehungen auf ein neues Level zu heben und neue gesunde Beziehungen in deinem Leben zu führen.

Beziehungen sind immer sehr individuell entwickeln mit der Zeit oft eine eigene Dynamik. Dennoch gibt es einige Basics, die es uns erleichtern können, gesunde Beziehungen zu gestalten und zu pflegen. Tatsächlich sind viele dieser Basics innerer und mentaler Natur und weitestgehend unsichtbar, weswegen wir ihre Wirkung oft unterschätzen. Aber ohne sie wären wir nicht in der Lage, eine gesunde Beziehung zu gestalten, denn wie es im Leben oft ist: Veränderung fängt in erster Linie immer bei uns selbst an.

1. Deine Erwartungen und ihre Wirkung

Erwartungen haben sich zu einer überwiegend negativen Eigenschaft entwickelt, doch warum eigentlich? Weil es uns angeblich nicht zusteht? Weil wir keine Ansprüche erheben dürfen? Weil wir selber nicht gut genug sind? Obwohl Erwartungen in vielen unserer Lebensbereiche eine wichtige Rolle spielen und uns nachhaltig beeinflussen, sind wir uns ihrer ziemlich selten wirklich bewusst. Daraus folgt logischerweise, dass wir unsere Erwartungen in den seltensten Fällen an unsere Mitmenschen kommunizieren.

Wenn wir Glück haben, dann erfüllen Menschen unsere Erwartungen, weil ihr Standard und ihre Werte mit unseren übereinstimmen. In den meisten Fällen ist es jedoch nicht so. Unser Partner, der Chef oder unsere beste Freundin können vieles tun – aber Gedankenlesen können sie alle nicht. Deswegen ist es besonders wichtig, sich Gedanken zu machen, was wir von uns selbst und von anderen Menschen erwarten. Wo unsere eigenen Werte liegen, worauf wir verzichten können und worauf nicht. Wir sagen oft und gerne, dass wir nichts erwarten, aber meistens stimmt es nicht wirklich mit unserer Haltung überein.

Wir sollten aufhören, uns selbst einzureden, dass wir etwas nicht dürfen, denn in Wahrheit kann und darf jeder von uns Erwartungen haben. Das, was uns jedoch weiterbringt, ist die Kommunikation, die Aufrichtigkeit darüber, was wir erwarten. Denn nur sie öffnet uns die Türen zu einer verständnisvollen Beziehung, zu dem Vertrauen unserem Partner gegenüber und zu mehr Empathie. Das Gespräch über die wirklich wichtigen Dinge ist unentbehrlich, wenn es um gesunde Beziehungen geht.

2. Erwachsensein und Verantwortung übernehmen

Das führt uns geradewegs zu diesem Punkt, Erwachsensein bedeutet nicht nur Anzug und Krawatte zu tragen und frühmorgens Wasser mit Zitronenscheiben zu trinken. Erwachsensein ist Verantwortung übernehmen, für die eigenen Gedanken, Taten, Worte. Um es genau zu sagen, für das gesamte eigene Leben. Viele verstehen darunter vor allem die Fähigkeit, eine gute Arbeit zu finden, viel Geld zu verdienen und zu heiraten, denn was sonst könnten die offensichtlicheren Anzeichen eines erfüllten Erwachsenenlebens sein?

Die Wahrheit ist, dass es hier kein richtig oder falsch gibt. Es geht vielmehr darum, den Lebensentwurf zu finden, der uns glücklich macht und der für uns funktioniert. Und natürlich ist es mindestens genauso wichtig, mit den Konsequenzen unseres Handelns und unseres Lebens umzugehen. Wenn wir uns dafür entscheiden, dass uns Geld wichtig ist, müssen wir in der Regel mit der Konsequenz leben, weniger Zeit für andere Dinge zu haben und so weiter. Es ist also nicht ganz einfach, sich einzugestehen, dass man nicht alles haben kann.

Aber genau hier spielen die Prioritäten eine Rolle: diese liegen immer in unserer Hand und können durch uns verändert werden. Für Beziehungen bedeutet es, dass wir Verantwortung für uns übernehmen: vor allem für unsere Emotionen und Probleme. Wir dürfen nicht erwarten, dass unser Partner unsere Probleme löst und unsere Aufgaben übernimmt. Es ist kindisch, die Schuld immer beim Anderen zu suchen, denn im Endeffekt müssen wir immer zuerst vor unserer eigenen Haustür kehren.

3. Grenzen setzen und Grenzen einhalten

Auch wenn es hier so widersprüchlich zur Beziehung klingt, wo man die Grenzen überwinden sollte, sind Grenzen in jedem unserer Lebensbereiche wichtig. Denn Grenzen bedeuten nicht immer, dass wir uns selbst eingrenzen, sondern, dass wir wissen, was uns wichtig ist und was wir bereit sind zu tolerieren. Leider gibt es genug Menschen und Beziehungen, in denen Grenzen entweder übergangen werden oder wo sie nicht einmal vorhanden sind. Damit geben wir gewissermaßen auch die Verantwortung ab; damit sagen wir dem Partner oder Freund: Du kannst alles (mit mir) machen was du möchtest!

Wenn wir Pech haben, dann wird unser Gegenüber das nutzen, um sich durchzusetzen und wir werden machtlos zusehen müssen. Und genau das darf nicht in unserem Sinne sein, auf Dauer wird uns dieses Verhalten nur schaden und unseren Partner ebenfalls. Manchmal kann es sogar narzisstische Beziehungsmuster anziehen und uns dauerhaft unglücklich machen. Leider fehlt es Menschen mit fehlenden Grenzen auch oft an Selbstliebe und Selbstwert und das kann dauerhafte Schäden zur Folge haben. Ganz egal, wie sehr wir Menschen lieben, sie sollten nie unsere Grenzen überschreiten dürfen (die wir ihnen auch kommunizieren sollten) und wir sollten es ebenfalls nicht bei ihnen tun. Denn Grenzen zu setzen ist kein Zeichen mangelnder Liebe für den anderen, es ist ein Zeichen von Liebe für sich selbst.

4. Eat, pray, love, repeat!

Zu aller Letzt der wichtigste Schritt: Wir lernen in unserem Leben nur dadurch, dass wir unser Wissen und unsere Erfahrung in unser Handeln integrieren. Das schaffen wir nur, indem wir dauerhaft achtsam und aufmerksam unser Handeln beobachten und reflektieren. Nur so können wir innehalten, wenn wir unsere eigenen Schwächen und Fehler bemerken und versuchen unser Verhalten dauerhaft zu verändern. Es braucht Zeit, es braucht Geduld und es braucht Gewissenhaftigkeit, um eine dauerhafte Änderung zu erreichen und Beziehungen zu verändern, die vielleicht schon festgefahren sind.

Wir müssen uns Routinen schaffen, die uns stärken und unser Potential fordern. Wir müssen uns sicher fühlen können, um neue Schritte zu wagen und unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. Oftmals ist es nötig, uns selbst zu erkennen, um uns selbst verändern zu können. Es kann wehtun und es kann dazu führen, dass wir Dinge, Sicherheiten und Menschen in unserem Leben loslassen müssen. Nicht weil sie schlecht sind und nicht weil wir gut sind, sondern weil wir uns verändert haben und sie es nicht tun. Dennoch sollten wir uns den Mut bewahren, auch loszulassen, wo es sein muss. Denn alles, was wir loslassen, kommt auf andere Art und Weise wieder zurück in unser Leben. Wenn wir uns von einer toxischen Beziehung befreien, machen wir damit Platz für eine neue Erfahrung und wenn Freunde nicht mehr da sind, haben wir die Möglichkeit neue, spannende Menschen kennenzulernen. Wir müssen auch erkennen, dass unser Leben eine Reise ist und dass wir diese Reise gestalten können.