Layla, Bubatz und was sonst so los war – die Glosse

Geschrieben am 25.07.2022
von Hannes Rolfs

Der Song „Layla“ gehört verboten, Cannabis legalisiert und Atomkraftwerke sind doch nicht so schlecht wie gedacht. Die Zeit der Umbrüche hält an. Die Glosse.

Während ganz Deutschland unter den Rekordtemperaturen ächzt, erhitzt der Malle-Schlager „Layla“ die Gemüter. In dem Lied wird eine Prostituierte besungen, die in dreifacher Hinsicht punktet: „schöner, jünger, geiler“. Das geht den Städten Würzburg und Düsseldorf zu weit, weshalb der Song – als „sexistisch“ eingestuft – auf ihren Volksfesten verboten wird. Einerseits fragt man sich, welche Sherlocks in den Behörden ganz überraschend einen Ballermann-Hit als sexistisch enttarnt haben. Andererseits ist die Sexismus-Debatte längst überfällig. So mancher Malle-Urlauber kann ja bereits Kartoffelsalat nicht mehr getrennt von großen Brüsten denken – Ikke Hüftgold sei Dank.

Derweil musste sich Olaf Scholz im ARD-Interview der Frage „Wann Bubatz legal?“ stellen. Prädikate werden sowieso überbewertet… Und das Wort „Bubatz“ ist höchstwahrscheinlich der Gewinner eines Wettbewerbs unter Redaktionspraktikanten, sich das abwegigste Wort für Cannabis auszudenken. Tatsächlich verspricht der impulsivste Kanzler aller Zeiten eine Legalisierung noch in der laufenden Legislaturperiode.

Atomkraft, ja bitte!

Bei Anne Will fordert die Grüne Katrin Göring-Eckardt, die sich als geborene Eckardt tatsächlich für diesen Doppelnamen entschied, alles bis zum letzten Rest aus den verbliebenen Atombrennstäben herauszuholen. Eine unpopuläre Position in ihrer Partei. Aber wahrscheinlich besser, als jedem Bürger 50 Euro zu zahlen, um ihn zum Energiesparen zu bewegen. Für Robert Habeck zumindest hört offensichtlich bei dieser Summe der Spaß auf: „Die kriegste nich, Alter!“

Der unbestrittene Geringverdiener Friedrich Merz macht natürlich in Sachen Energiesparen und Klimaschutz mal wieder alles richtig und reist mit dem Privatflieger zu Lindners Hochzeit auf Sylt. Die angefallenen erhöhten Sicherheitskosten für die Trauung trägt übrigens der deutsche Steuerzahler. Aber machen wir doch gerne bei so einem süßen Paar: Christianca.

Die deutschen Nationalelfen zeigen sich bei der EM im Mutterland des Fußballs von ihrer besten Seite. Daran können sich die Männer gerne ein Beispiel nehmen. Vielleicht ist ja am Ende für die herausragenden Leistungen der Damen wieder ein Kaffeeservice drin – wir wollen doch nicht gleich zu gierig werden.