Wohin du unbedingt mal reisen solltest: Ein Roadtrip durch Slowenien

Geschrieben am 21.09.2022
von Catarina Clément

Slowenien – ein Land, das vielseitiger nicht sein kann. Das erste Land, das sich im Jugoslawienkrieg auf eine selbständige Reise begeben hat und in dem man von den julischen Alpen in einer Stunde in der Hauptstadt und in zwei Stunden am Meer ist. Dieser Artikel erzählt von unserem 3-wöchigen Roadtrip durch Slowenien. Mit unseren Tipps kannst du deinen nächsten Urlaub planen.

Alle Fotos: © Catarina Clement

Von Köln in den Triglav Nationalpark in Slowenien

Vor der Reise haben wir mein kleines, altes City Car in das größere Familienauto meines Schwagers umgetauscht. Wir wollten ein Auto, in dem wir im Notfall schlafen können und mit dem man die doch etwas längere Reise (insgesamt über 2000 km Fahrt) entspannt fahren kann. Im Nachhinein sind wir sehr froh über diesen Tausch. 😊 Dann ging´s los in Richtung Slowenien.

Wir waren etwas naiv und dachten: Wir kriegen mit unserem kleinen 3-Personen-Zelt schon irgendwo am nördlichen Rand des Triglav Nationalparks an der Grenze zu Österreich noch ein Plätzchen. Aber Pustekuchen, in der Hochsaison im Sommer muss man in diesem Gebiet definitiv vorbuchen! Deshalb haben wir unsere erste Urlaubsnacht noch auf österreichischer Seite verbracht.

Wichtiger Tipp: Im Triglav Nationalpark musst du im Sommer definitiv vorbuchen!!

Natur, Kultur und Camping – Abenteuer

An unserem ersten Tag in Slowenien haben wir uns in den Nationalpark gewagt. Da das bekannte und beliebte Soca Tal erstmal völlig ausgebucht war, haben wir uns entschieden, dies am Ende unserer Reise zu machen. Der erste Tag führte uns ins Vrata Tal mit dem Wasserfall Pericnik. Entlang des wilden, türkisen Flusses Mojstrania fuhren wir in dieses verwunschene Tal. Die Natur in Slowenien ist noch so schön unangetastet. Am Ende des Tals konnten wir einen ersten Blick auf den höchsten Berg Sloweniens, den Triglav, werfen. Er sollte uns im Laufe der Reise nochmal begegnen. Nach diesem schönen ersten Abstecher in die Natur genossen wir den Trubel der Stadt Bled.

Eine touristische Stadt, in der schon die ein oder andere Prominenz vorbeigeschaut hat. Der wärmste Bergsee der Alpen lädt zum Baden ein.

Unser Insider-Tipp: Eine Kremschnita (Cremeschnitte) muss man in Bled probiert haben.
Uns war es hier etwas zu voll. Wir haben uns auf ins Bohinjska Tal aufgemacht, um uns einen Platz zum Schlafen zu suchen. In diesem Tal sieht alles noch sehr ursprünglich aus. Dementsprechend haben wir auch „nur“ einen Platz auf einem Autocamp gefunden. Diese gibt es in Slowenien an vielen Stellen. Im Endeffekt ist es ein Schotterplatz mit Klohäusschen. 😉 Wir waren froh, das große Auto zu haben und konnten es hier gleich mal einweihen.

Am nächsten Morgen haben wir uns ein gemütliches Kaffee-Plätzchen am schönen Bergsee Bohinjsko jezero gesucht. Danach ging es zum nächsten Wasserfall (ja, in Slowenien gibt es viele :D) Savica, am Ende des Tals. Das zweite Ausflugsziel des Tages war die Velika Planina – also Velika Alm. Dies ist die bekannteste Alm in Slowenien, doch es gibt einige. Man fährt mit einer Seilbahn hoch und läuft dann ca. 15 Minuten zu den Almhäusern. Dort kannst du frischen Käse und Wurst von den Hirten kaufen und genießen. Wir haben uns auf den Rundweg gemacht, ohne auf die Uhr zu schauen, wann die letzte Bahn wieder runter geht… das bedeutete, dass wir am Ende rennen mussten 😀

Ein Campingplatz – viele Ausflugsmöglichkeiten

Damit wir mal ein paar Tage auf einem Campingplatz bleiben konnten, haben wir uns für diese Nacht einen Platz mitten im Landesinneren gesucht. Südlich von Postonja lag unser Campingplatz, auf dem man das Gefühl hatte, man könnte auch mitten in Texas sein. Weite Weiden, Holzhäuser und ein Route 66 – Restaurant. 

Von hier aus konnten wir in den nächsten Tagen die Hauptstadt Ljubljana (ca. eine Stunde Fahrt) mit süßen Gässchen und einer Burg mit tollem Weitblick, die Weinregion Vipava mit süßen Örtchen und leckeren Weißweinen, das Lipizzaner Gestüt, von dem die berühmten Lipizzaner -Pferde stammen und eine Karsthöhle besichtigen. Diese Region ist – geologisch betrachtet – eine große Karstfläche, weshalb hier spektakuläre Tropfstein-Karsthöhlen entstanden sind. Die Bekannteste ist die Postonja Jama. Doch wir haben uns für die UNESCO Weltnaturerbe – Höhle „Skojanska Jama“ entschieden.

Unser Insider Tipp: Die Sokjanska Jama – Höhle ist definitiv ein MUST-DO! Ein Ticket muss man in der Hochsaison mindestens einen Tag vorher buchen. 

Die kleine Küste ruft

Slowenien hat sie, wenn auch nur wenige Kilometer lang – eine Küste am Mittelmeer. Nette, wenn auch volle Fischerorte gepaart mit Olivenhainen und Salinen warten auf dich an der Küste. Südlich von Triest erstreckt sie sich bis hin zur kroatischen Küste. Doch auch auf diesem kleinen Abschnitt gibt es etliche Bademöglichkeiten – selbst mitten in den Städten springen viele Menschen einfach von der Promenade aus direkt ins Wasser. Wir hatten einen Campingplatz in Dobrava mit herrlichem Blick auf das Meer und die Alpen gefunden.

Hier ist alles touristischer, wie so oft am Meer. Doch wenn man auf der Halbinsel Strunjan runter ans Meer geht und ein bisschen entlang der Küste spaziert, findet man auch einsamere, kuschelige Stellen zum Verweilen und Baden. Wer mehr Küsten und Badestellen braucht, ist in kurzer Zeit an der italienischen oder kroatischen Küste. Mit dem Schiff kann man sogar Ausflüge nach Venedig machen. Von den Fischerstädtchen hat uns Piran und Koper am besten gefallen. Süße Gässchen mit wunderbarem Blick aufs Meer – vergiss die Badesachen nicht!!

Das Soca-Tal und die Berge im Nationalpark

Von der Küste aus sind wir durch die Weinregion Brda ins Soca Tal gefahren. Die ersten Nächte verbrachten wir am südlichen Rand in Tolmin und die restlichen auf einem Campingplatz in Soca – mittendrin. Der Nationalpark Triglav bietet gerade Outdoor-begeisterten Menschen unfassbar viele Aktivitäten. Von Wandern, Mountainbiken, Wassersport oder Paraglidern – hier ist für jede:n was dabei!

Wir haben uns getraut und sind den Berg Krn hochgelaufen. Zwar ein Wanderweg mit nur 13 km Länge, aber dafür musst 1.200 Höhenmetern du überwinden.  Außerdem muss jede:r Tritt richtig sitzen, denn man kann jederzeit über einen Stein stolpern. Ich muss zugeben, ich bin an meine Grenzen gestoßen nach vier Stunden steil Berg auf und sechs wieder runter. Oben angekommen zu sein, war aber ein atemberaubendes Gefühl und der Ausblick hat uns definitiv belohnt. Wir konnten sogar das italienische Mittelmeer sehen.

In Tolmin kann man in einem besonders einheimischen Supermarkt (Kmetijska zadruga Tolmin z.o.o. Tolmin) auch Käse und Süßspeisen aus der Region kaufen (gibt es aber auch in anderen Läden). Außerdem können wir dir einen Ausflug in die Tolminka Klamm und zum Zusammenfluss der Tolminka und der Soca, südlich von Tolmin, empfehlen.

Die Soca hat uns gleich in ihren Bann gezogen. Ein türkisblauer, sehr sauberer Bergfluss – eiskalt, sehr natürlich und wunderschön. Wir freuen uns, dass wir die nächsten Tage mit ihr verbringen dürfen. Von unserem zweiten Campingplatz im Soca Tal aus haben wir die zwei Wanderungsabschnitte von der Soca Quelle bis zum Ort Soca und von dort bis Bovec sehr genossen und unendlich viele Bilder gemacht. Dieser wilde Fluss zieht einen einfach in seinen Bann!

Unser Tipp: Deshalb habe ich mich auch zu einer Rafting Tour auf der Soca überreden lassen. Mit sechs anderen und unserem lustigen Guide waren wir zwei Stunden auf der Soca unterwegs und dank wärmender Neoprenanzug sogar im Fluss baden. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht. Definitiv ein MUSS! Es gibt zich Anbieter, sie fahren aber alle dieselbe Route. Neben Rafting kannst du auch Canyoning oder Kajak ausprobieren.

Wir haben uns außerdem noch auf eine waghalsige Wanderung auf den Kanin Gipfel (am besten mit Helm und Kletterschuhen!!) gewagt und ich habe mal wieder meine Grenzen überschritten. Dieser Urlaub hat mir definitiv gezeigt, dass ich mehr kann, als ich denke! Auch in diesem Teil des Triglav Nationalparks kannst du viele Wasserfälle entdecken, vor allem, wenn es mal geregnet hat – z.B. den Slap Boka oder  den Slap Kozjaik (Slap = Wasserfall).

Wetter im Triglav: Verlass´ dich nicht auf die Wetterapps. Hier ändert sich das Wetter stündlich. Unsere App hat eine Woche Regen und Gewitter vorhergesagt, was wir im Endeffekt an einem Tag und einem Nachmittag hatten. Also kein Stress!

Die Rückreise nach Deutschland

Nur sehr ungern haben wir uns von diesem großartigen Land losgerissen. Am liebsten wären wir noch weitergereist, z.B. in den Osten des Landes. Wir verließen Slowenien über eine Passstraße und konnten so noch einen letzten Blick auf diese besondere Natur genießen. Wir haben uns auf dem Rückweg noch zwei Nächte Zwischenstopp bei Freunden gegönnt, in Freiburg und bei Straßburg. Ich mag es nicht, wenn die entspannte Urlaubsstimmung durch lange, nervenaufreibende Rückfahrten zerstört wird. Im Gepäck hatten wir viele Bilder, Süßspeisen, Salz von der Küste und natürlich Weine als Mitbringsel und für uns .

Unser Fazit: Wir waren definitiv nicht das letzte Mal in Slowenien. Dieses Land hat uns sehr liebevoll aufgenommen, vielseitige Eindrücke, Erfahrungen und Urlaubsgefühle beschert und einfach begeistert. Man kann dort vielseitigen Urlaub machen, egal ob mit Kindern, zu zweit oder als große Familie, in Ferienwohnungen, Camping oder Glamping oder Hotels – Slowenien bietet definitiv etwas für alle Bedürfnisse! Du solltest dieses Land auf jeden Fall auf deine To-Do-Liste packen. 😉

Schreib mir gerne einen Kommentar, wenn du noch Fragen hast.