Mit dem Interrail durch Frankreich (Teil III)

Geschrieben am 05.01.2023
von Zoe Gleisberg

Im Sommer bin ich fünf Wochen mit dem Interrail-Ticket durch Europa gereist. Wo ich war, was ich dort erlebt habe und was es an den verschiedenen Orten zu besichtigen gab, erfahrt ihr hier. Falls du noch gar nicht weißt, was Interrail ist, oder vielleicht auch gerade in der Planung deines Interrail-Trips bist, schau doch einfach mal hier vorbei!

8. Stopp: Montpellier

Alle Bilder: f1rstlife / © Zoe Gleisberg

Nach einer zehnstündigen Zugfahrt mit zwei Umstiegen kam ich erschöpft in Montpellier an. Hätte ich eine andere, schnellere Route gewählt oder wäre ich über die Schweiz gefahren, wäre das zwar kürzer, aber auch teurer gewesen. So konnte ich zumindest während der Fahrt fast durchgehend aus meinem Fenster auf das offene Meer blicken und noch eine Stunde Umstiegszeit in Cannes am Strand verbringen. Zwar liegt Montpellier nicht direkt am Meer, es ist aber trotzdem total sehenswert! Und wer während seines Aufenthaltes trotzdem baden gehen möchte, der kann mit dem Bus eine halbe Stunde nach Palavas-les-Flots fahren und dort ins Meer hüpfen.

Angekommen in Montpellier durchquerte ich bereits die halbe Innenstadt, um zu meinem AirBnB zu kommen. Der Place de la Comedie stach mir direkt ins Auge. Er ist nach dem dort liegenden „Comedie“-Theater benannt. Aber auch schöne Fassaden, Cafés und der Brunnen „Les Trois Grâces“ prägen den Platz. Er ist das Zentrum der Stadt und befindet sich mitten in der historischen Innenstadt. Von hier aus lassen sich wunderbare Shoppingtouren zu kleinen Boutiquen in verwinkelten Gassen, aber auch großen Modeketten unternehmen. Auch wenn du nicht shoppen möchtest, lohnt es sich, durch die kleinen Gassen zu schlendern und den Charme der Stadt auf sich wirken zu lassen.

Ein weiteres Must-See wenn du in Montpellier bist: der Triumphbogen! Ja, richtig gelesen. Denn den gibt es nicht nur in Paris, sondern auch in kleinerer Form in Montpellier. Direkt gegenüber befinden sich zwei weitere eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten: die Promenade du Peyrou und das Aquädukt. Dienstags und samstags ist hier übrigens ein Markt mit vielen verschiedenen Ständen, die regionale Produkte anbieten.

Am nächsten Tag besuchte ich den „Jardin des Plantes“. Ein schöner botanischer Garten mitten in der Stadt. Danach ging es zur Kathedrale und zur medizinischen Fakultät. Den Abend kann man in der Altstadt schön in einer der zahlreichen Bars und Kneipen ausklingen lassen.

9. Stopp: Moliet-et-Maa

Moliet-et-Maa hat leider keinen eigenen Bahnhof. So fuhr ich mit dem Zug nach Bayonne und von dort aus mit einem BlaBlaCar-Bus nach Moliet. Dort traf ich ein paar andere Deutsche, die genauso wie ich Richtung Meer und Campingplätze wollten, denn das Ziel war ein Surfcamp. Anstatt ein Taxi zu nehmen, entschieden wir uns, 2,5 Kilometer bei 30 Grad in der prallen Sonne zu laufen.

Manche von uns hatten Glück und wurden von daher fahrenden Autos mitgenommen. Ich kämpfte mich bis zum Schluss auf Füßen durch zum Campingplatz. Die meisten Surfcamps, wie auch meines, befanden sich auf dem Campingplatz „Les Cigales“. Wenige andere waren hingegen auf dem Campingplatz „Le Saint Martin“, welcher noch ein Stück näher am Strand ist. Etwa 500 Meter entfernt befindet sich ebenfalls eine kleine Stadt mit einer Eisdiele, einem Churrosstand, Supermärkten, Bäckereien, Restaurants und anderen kleinen Läden. Wenn man also mal keine Lust auf  das Essen im Surfcamp hat oder noch einen kleinen Snack für zwischendurch braucht, kann man sich hier gut versorgen.

Der Tagesablauf im Surfcamp war jeden Tag gleich. Von acht bis zehn Uhr gab es Frühstück und von 18 bis 20 Uhr Abendessen. Beim Frühstück konnte man sich ein paar mehr Baguettes als Lunchpaket schmieren. Zwischendurch konnte man machen, was man will: surfen, Skateboard fahren, schwimmen, Tischtennis beziehungsweise Volleyball spielen oder einfach nur chillen. Ich habe keine Surfstunden gebucht, da ich schon vorher mehrmals surfen war und ich es schöner fand, mir die Zeit frei einteilen zu können. Fast alle anderen haben Surfstunden gebucht und hatten somit ein bis zwei Surfstunden am Tag, wo ihnen noch etwas Theorie beigebracht wurde. Außerdem gab es ein Abendprogramm. Mal ging es in eine Bar, mal konnte man Bachata oder Skateboard fahren lernen und einmal gab es auch ein Volleyball-Turnier.

Insgesamt war es schön, mal wieder eine Woche an einem Ort zu sein. Ich kann es euch auf jeden Fall auch nur empfehlen, während eures Interrail-Trips mal länger an einem Ort zu bleiben. In Moliet selbst gibt es zwar nicht viel zu sehen, aber dafür war ich auch gar nicht dort. Chillen, Surfen und Entspannen – das war mein Motto. Und wer nach dem Surfen noch Kraft hat, Party zu machen, ist hier auch richtig aufgehoben.

10. Stopp: Paris

Früh am Morgen ging es weiter nach Paris. Erst wurden wir mit dem Shuttle-Bus nach Dax gebracht, was wesentlich unkomplizierter war als den BlaBla-Car Bus zu nehmen. Von dort aus ging es anschließend mit dem Zug weiter nach Paris. Nachdem ich in der Unterkunft eincheckte, erkundete ich erstmal meine Umgebung. Ich wohnte im 17th Arrondissement beim Place Clichy. Von dort aus war es nur ein kurzer Weg bis zum Moulin Rouge. Auch das hippe Viertel „Montmartre“ war fußläufig erreichbar. In Montmartre befinden sich als große Attraktionen der Sacre Coer und die §Je t´aime – Mauer“. Außerdem ist das Viertel von grünen Parks und kleinen Läden geprägt. Abends ging es dann natürlich noch zum Eifelturm. Wenn du Tickets über die französische Website buchst, ist es viel günstiger als auf GetYourGuide oder Ähnlichem! Ich habe für mein Ticket nur 8,50 Euro gezahlt! Anschließend entschied ich mich noch dazu, eine Schiffsfahrt auf der Seine zu machen.

Am nächsten Tag standen weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Plan. Ich besuchte den Arc de Triumphe, die Champs-Elysee und Notre Dame. Ich war zwar vorher schonmal in Paris, aber so welche Sehenswürdigkeiten kann man einfach immer und immer wieder besuchen. Abends ging ich zum Sacre Coeur. Zum Sonnenuntergang versammeln sich hier viele Menschen, die den Ausblick über die Stadt genießen und den Straßenmusikern beim Musizieren zuhören.

Und dann war auch schon der letzte Tag meiner 34-tägigen Interrail-Reise. Meinen ersten Besuch stattete ich dem Louvre ab. Was viele nicht wissen: Der Eintritt in den Louvre ist für alle Menschen, die aus der Europäischen Union kommen und unter 26 Jahre alt, sind kostenlos! Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Neben der Mona Lisa gibt es nämlich noch viele weitere Gemälde und Skulpturen zu bestaunen. Den Rest des Tages verbrachte ich wieder in meinem Viertel, Montmartre, und kaufte ein paar Souvenirs.

Mit der richtigen Planung erwartet dich eine aufregende Zeit

Ich war froh, bald wieder meine Freunde und Familie zu sehen, aber natürlich hauptsächlich traurig, dass die Reise jetzt vorbei war. Wenn man Interrail richtig plant, ist es eine aufregende und nachhaltige Weise, Europa zu erkunden. Ich kann es auf jeden Fall jedem weiterempfehlen! Meine Reiseberichte sind aber nur ein Beispiel für eine Interrail-Reise. Jede Erfahrung variiert je nach Land, Dauer, Reisezeit, Unterkunft und einem selbst. Und das ist auch gut so!