Nachhaltig Ostern feiern: So funktioniert es

Geschrieben am 13.03.2023
von Catarina Clément

Nachhaltiger leben möchten wir eigentlich alle. Wenn die Umstellung dann noch einfach und günstig ist, fällt es uns umso leichter. Da das Osterfest bevorsteht, möchte ich dir heute acht Möglichkeiten aufzeigen, wie du dein Osterfest nachhaltiger gestalten kannst. Freue dich auf ökologische Dekoideen, Essensvorschläge und Aktivitäten für ein schönes gemeinsames Osterfest. Du kannst diese Vorschläge mit deiner Familie, aber natürlich auch deinem Freundeskreis oder deiner Wohngemeinschaft ausprobieren. Eier suchen macht doch als erwachsene Person auch noch Spaß, oder?

1. Eier natürlich färben

Alle Bilder: © f1rstlife / Catarina Clement

Die herkömmliche Eierfarbe ist sehr chemisch. Zum einen muss sie künstlich hergestellt werden und zum anderen essen wir diese Eier danach noch. Dafür ist es wichtig, dass die Farbe nicht bedenklich für unsere Gesundheit ist. Inzwischen gibt es schon in vielen Läden biologische Farbe, alternativ kannst du die Eier auch mit Lebensmittel (-resten) färben. Folgende Lebensmittel sind für die jeweilige Farbe geeignet:

  1. Gelb = Kurkuma, am besten die frische Gewürzknolle (findest du zum Beispiel im Bioladen)
  2. Grün = frischer Spinat oder Mate-Tee-Pulver (länger einziehen lassen)
  3. Blau = frischer Rotkohl oder Blaubeeren, aber auch unverwässerter Holunder- oder Heidelbeersaft
  4. Orange = Karotten(-schalen) oder helle Zwiebelschalen
  5. Rot bzw. Pink = Rote Beete (Am besten mit frisch geraspelte Rote Beete oder dem Saft davon) oder nicht ganz so stark mit roten Zwiebelschalen
  6. Brauntöne = Kaffeepulver

Je nachdem, wie lange die Eier in den Farben liegen, färben sich diese stärker. Ich empfehle dir, weiße Eier zum Färben, damit die Farbe besser hervorsticht. Bitte achte beim Kauf der Eier auf eine gute Tierhaltung, dann macht Ostern doch noch mehr Spaß. 😊 Ich würde dir zudem Bio- bzw. Demeter- Eier oder Eier vom Zweinutzungshuhn empfehlen. Außerdem solltest du die Eier vor dem Färben kochen, falls du sie im Farbsud kalt einlegen möchtest (alternativ kannst du sie auch mit der Farbe kochen).

Reibe die Eier mit etwas Essig vorher ein, so entfernst du den Stempel und raust die Schale an. Die Lebensmittel sollten möglichst gut zerkleinert werden für den Farbsud. Nutze fürs Färben am besten einen alten Topf, wohinein du die zerkleinerten Lebensmittel mit Wasser zusammen einkochst (je nach Lebensmittel ca. 30-45 Minuten). Danach gibst du den Sud durch ein Sieb und sammelst das Wasser auf. Dahinein kannst du die Eier einlegen (je nach der gewünschten Farbintensität von 15 Minuten bis hin zu mehreren Stunden oder über Nacht). Wichtig ist, dass die Eier komplett von dem Farbsud abgedeckt sind. Danach können die Eier mit einem sauberen alten Tuch abgetupft werden. Wenn die Eier glänzen sollen, kannst du sie noch mit Speiseöl einreiben.

2. Der erste faire, verpackungsarme Osterhase

Die Schokolade für die meisten Osterhasen im Supermarkt ist nicht zertifiziert. Das heißt, sie kann mit Kinderarbeit und unter schwierigen Arbeitsbedingungen produziert worden sein. Aber es gibt eine gute Nachricht: Es gibt immer mehr Unternehmen, die gerade bei Osterhasen und Weihnachtsmännern faire und nachhaltige Alternativen anbieten möchten. Du findest sie zum Beispiel im Bioladen.

Ein ganz besonderer Osterhase, der sogar ohne Plastik- & Aluminiumverpackung verkauft wird, ist der nucao Bunny (keine bezahlte Werbung, Erwähnung aus Überzeugung). Alternativ kannst du die Osterschokolade auch selbst machen. Kaufe faire, biologische Schokolade, schmelze diese ein und gieße sie in passende Formen, fertig!

3. Selbstgemacht ist viel besser!

Die Natur schenkt uns so vieles und das ganz umsonst! Im Frühjahr sprießen die Frühblüher und schenken uns eine wunderschöne Zeit. Auch Osternester kannst du ganz einfach selbst machen und somit unnötiges Plastik einsparen. Osternester flechtest du zum Beispiel mit sehr biegsamen Weideästen (diese Nester lassen sich auch aufbewahren bis nächstes Jahr).

Als weitere Grundlage für die Osternester kannst du zum Beispiel Schuhkartons, Blumentöpfe oder kleine Aufbewahrungskörbe nutzen. Als Füllmaterial bietet sich zum Beispiel selbstgesäte Sommergerste, Katzengras oder Heu (zum Beispiel aus dem Tierfachhandel oder vom nächsten Bauernhof).

Alternativ kannst du die Eier auch einfach direkt in der Natur verstecken. Bei fehlendem eigenen Garten gibt es die Möglichkeit, in einen nahgelegten Park oder Waldabschnitt zu gehen. Wenn das Wetter an Ostern nicht mitspielen möchte, ist auch das Wohnzimmer ein guter Ort für eine Ostereiersuche.

4. Alternative zu Fisch und Lamm

Üblicherweise wird im Christentum an Karfreitag Fisch gegessen und das Lamm an Ostern selbst. Fische werden konventionell in großen Netzen mit viel Beifang gefangen oder wachsen in engen, ökologisch zumeist bedenklichen Fischzuchten auf. Viele Fischarten sind bereits überfischt und vom Aussterben bedroht. Es gibt inzwischen bereits vegetarische beziehungsweisen vegane Fischalternativen, aber vielleicht könnt ihr euch ja auch auf ein anderes Karfreitagsgericht einigen. Wenn es aber doch der Fisch sein soll, kannst du noch auf passende Siegel und Fischarten, die nicht vom Aussterben bedroht sind, achten. Dabei sind auch die Fangmethoden wichtig. Der WWF- Fischratgeber unterstützt dich bei der richtigen Auswahl.

Osterlämmer aus konventioneller Landwirtschaft werden im Winter geboren und dann stark gemästet, damit sie zu Ostern ihr Schlachtgewicht erreichen (Utopia 2022). Als Alternative kann ein Osterlamm auch einfach aus Hefeteig gebacken werden, um die Symbolik beizubehalten, ganz ohne Tierleid. Saisonal und somit auch aus der Region erhältlich sind zu Ostern unter anderem folgende Gemüse- und Obstsorten: Beginn der Spargelsaison, Rhabarber (eignet sich auch ideal für einen Kuchen), verschiedene Kohlsorten, Spinat, Salatsorten, Möhren, Rettich (manchmal auch schon Radieschen). Daraus lässt sich doch ein leckeres, gesundes und frisches Ostermenü zaubern. Ich freue mich über deine Rezeptvorschläge in den Kommentaren.

5. Frühstückstisch am Ostersonntag

 Jede Familie hat ihre eigenen Traditionen. Wir treffen uns am Ostersonntag zum gemeinsamen Osterfrühstück, meistens schon auf der Terrasse. Nach dem Ostereiersuchen wird gemeinsam gefrühstückt. Wenn du mit Freunden feierst, entwickelt doch euer gemeinsames Osterfest aus allen Traditionen. Dabei kannst du vieles nachhaltig gestalten. Zum Beispiel den Aufstrich auf euren Brötchen, indem du weniger bis gar keine Wurst und Käse, dafür auch mal einen Gemüseaufstrich, frische, selbstgezogene Kresse oder Margarine statt Butter benutzt. Beim Brötchenholen kannst du einen Jutebeutel mitnehmen und somit die Tüte gleich einsparen.

Probiere doch außerdem mal, deinen Osterkuchen oder Zopf vegan zu backen. Das Internet ist voller guter Rezepte, lass dich inspirieren. Sogar bei der Sendung „Das große Promi-Backen“ hat dieses Frühjahr einer der Promis vegane Kuchen gebacken, die häufig gelobt wurden. Eier lassen sich zum Beispiel durch Frohsamenschalen, Apfelmus oder Ei-Ersatzpulver ersetzen, Butter häufig durch Margarine, Milch durch Sojamilch. Bei uns ist der Karottenkuchen ein typischer Osterkuchen, dafür gibt es viele wirklich leckere vegane Rezepte.

6. Gestalte deinen Ostertisch mit Fairtrade-Blumen!

Du möchtest schöne Blumen auf deinem Ostertisch haben? Gerade Rosen oder Tulpen werden häufig stark mit Pestiziden besprüht und von Menschen (zumeist Frauen) ohne Schutzkleidung geerntet. Frage deshalb in deinem Blumenladen nach Fairtrade-Rosen oder gleich regionalen Blumen aus Deutschland. Auf der Webseite von „Fairtrade Deutschland“ kannst du auch nachsehen, wo es faire Rosen zu kaufen gibt. Du kannst deinen Tisch auch mit Blümchen schmücken, die du danach in deinen Garten einpflanzen kannst, wie zum Beispiel Zwiebelpflanzen (zum Beispiel Tulpen, Narzissen oder Krokusse). 

Auch blühende Zweige sind in der Osterdeko sehr beliebt. Da gerade im Frühling auch Insekten die ersten Blüten brauchen, sollten diese bitte nicht in der Natur gesammelt werden, außer der Zweig ist sowieso gerade abgebrochen. Alternativ könntest du die frischen Zweige beispielsweise durchgefilzte Zweige ersetzen, die du jedes Jahr nutzen kannst.

7. Nachhaltige und faire Geschenke

Wenn du deinen Verwandten oder Freunden eine Kleinigkeit zu Ostern schenken möchtest, schau doch, dass es nachhaltige und faire Geschenke sind. Des Weiteren kannst du schauen, dass sie die Geschenke wirklich brauchen können, wie zum Beispiel ein Buch, ein neues T-Shirt, einen schönen Stift oder ein Radiergummi, um den Schul-, Uni- beziehungsweise Berufsalltag zu verschönern.

8. Osterausflug

In die Natur zu gehen, soll besonders nachhaltig sein? – Ja genau! Denn wenn wir unglücklich, gestresst und unzufrieden sind, konsumieren wir viel mehr. Wer kennt es nicht: „Heute bin ich platt, ich gönne mir jetzt eine Fertigpizza, ein Eis, Schokolade oder Chips“? Außerdem hat man dann auch keine Lust mehr, zu überlegen, wie man Wasser sparen oder weniger Energie verbrauchen könnte.

Deshalb nimm dir Zeit für dich, damit du ausgeglichen bist. Nur so wirst du auch langfristig nachhaltiger leben – die Welt ist eben voller Verführungen. 😉 Gerade an den Osterfeiertagen kannst du mit deinen Liebsten einen schönen Ausflug in die Natur machen. Macht einen gemeinsamen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt oder fahrt doch mal wieder mit den Rädern los. Häufig ist an Ostern schönes Wetter, weshalb es sich lohnt, sich gezielt einen schönen Ausflug vorzunehmen.

Quelle:

Utopia (2022): Ostern: Der Osterhase liebt es nachhaltig & ökologisch. Online unter: https://utopia.de/ratgeber/ostern-der-osterhase-liebt-es-nachhaltig-oekologisch-korrekt/ (04.03.2023).